17. JANUAR 2018

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Wärmespeicher als Puffer


Technik

Regenerativ. - Technisch voll ausgereift und weit verbreitet, politisch allerdings seit langer Zeit ungeliebt, ergibt sich für elektrisch betriebene Wärmespeicher vor dem Hintergrund der Entwicklungen zur Energieversorgung ein neuer und zusätzlicher Einsatzbereich.

Bei zunehmender Nutzung erneuerbarer Energiequellen kommt der Speicherung von elektrischer Energie eine immer größer werdende Bedeutung zu. Hier können Speicherheizungen mit ihrer bewährten Technik und der verfügbaren Infrastruktur in Zukunft einen nennenswerten Beitrag leisten. Derzeit sind nach Branchenschätzungen in Deutschland ca. 2 Millionen Anlagen mit rund 5-8 Millionen Geräten installiert. Bei einem durchschnittlichen Anschlusswert von 3,7 bis 4,0 kW ergibt sich ein mittlerer Anschlusswert pro Anlage von 12 bis 15 kW.

Unter Berücksichtigung der Vollbenutzungsstunden nach VDI 2067 ergibt sich eine Speicherkapazität in der Größenordnung von 28.000 GWh pro Jahr. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien betrug in Deutschland im Jahr 2007 ca. 88.000 GWh (s. Grafik) mit weiter deutlich steigender Tendenz. Bis 2020 soll dieser Wert sich mindestens verdreifachen, dies ohne Berücksichtigung der zwischenzeitlich geänderten, politischen Rahmenbedingungen. Für eine detailliertere Betrachtung ist aber nicht nur die Menge, sondern auch deren Verfügbarkeit über den Jahresverlauf zu betrachten. Dabei ist festzustellen, dass in der Periode mit dem größten Wärmebedarf (Dezember bis Februar, insgesamt ca. 2/3 des Jahresheizwärmebedarfs) auch die zur Verfügung gestellte Einspeisung am größten ist, nämlich fast 1/3 der eingespeisten Jahresmenge. Diesen Beitrag leistet hauptsächlich die Windkraft. Leider liegen derzeit keine gesicherten Werte zu den nicht nutzbaren Erzeugungskapazitäten vor.

Der BEE schätzt den Wert auf 200 Mio. kWh/Jahr. Dies entspricht in etwa 125.000 t „verschenkter“ CO2 Einsparung je Jahr. Die aktuell diskutierten Optionen für die Speicherung haben derzeit den Nachteil der eingeschränkten oder noch gar nicht in der benötigten Quantität vorhandenen Verfügbarkeit. Technisch verfügbar ist nicht nur die Basistechnologie der Speicherheizungen; zusätzlicher Nutzen entsteht durch ebenfalls verfügbare und ergänzende Technik wie Smart Grid und Smart Metering, welche eine Nutzung der Tagesspitzen ermöglichen und so zu einer gleichmäßigeren Belastung der Netze beitragen können. Was noch fehlt, ist die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen seitens der Energieversorger und der Politik.

Ausgabe:
g+h 05/2011
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