22. OKTOBER 2017

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Kostenoptimal ans Ziel


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Energiewende - Erdgas füllt die Rolle, die es bei den CO2-Zielen der Bundesregierung spielen könnte, derzeit noch nicht aus. Dabei bietet der Energieträger einiges an Möglichkeiten, wie Branche aber auch Wissenschaftler betonen. Gerade im Wärmemarkt schlummere noch ein hohes Potenzial. Dieses zu heben ist eine Herausforderung.
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Kurzfristig 25 Prozent einsparbar

Gegenüber der Erzeugung in Kohlekraftwerken können zudem durch Gaskraftwerke bis zu 60% Emissionen eingespart werden. »Erdgas könnte einer der Grundpfeiler der Energiewende sein: Beim Verbrennen von Erdgas entsteht bei gleichem Energieoutput signifikant weniger CO2 als bei Kohle und Erdöl«, so Harald Hecking vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität Köln (EWI).

Zudem seien die entsprechenden Technologien erprobt und eine bestehende Infrastruktur ist vorhanden. »Der Einsatz von Erdgas könnte daher bereits kurzfristig große Mengen CO2 zu vergleichsweise geringen Kosten vermeiden. Nehmen Sie etwa den Stromsektor.« Würden vorhandene Gaskraftwerke die Kohle verdrängen, könnte man kurzfristig 25% der deutschen CO2-Emissionen gegenüber 1990 zu Grenzkosten von 50€/t CO2 einsparen.

Das EWI hat im Juni eine Studie herausgegeben, in der es die Potenziale von Erdgas als Vermeidungsoption für Kohlendioxid im Bereich Strom, Wärme und Verkehr aufzeigt. »Die Studie untersucht die kostengünstigsten Strategien zur CO2-Vermeidung und blendet daher bewusst Marktverzerrungen wie etwa politische Eingriffe in Form von Subventionen aus«, erläutert Harald Hecking. Die Tatsache, dass Gaskraftwerke aktuell nicht wirtschaftlich sind, zeige doch nur, dass die zahlreichen Markteingriffe zu paradoxen Ergebnissen führen: »Vereinfachend gesagt, setzt sich die Kombination Erneuerbare plus Kohle im aktuellen Strommarkt gegen Erdgas durch.«

Gegebenes Budget nutzen

Aber macht es nicht Sinn, gleich nach einer CO2-freien Alternative zu suchen? »Ich frage anders: Sie haben 100 Euro. Möchten Sie damit lieber fünf Tonnen oder zwei Tonnen CO2 einsparen?«, entgegnet Hecking. »Letztlich geht es doch darum, mit einem gegebenen Budget möglichst viel CO2 zu sparen. Daher müssen die Technologien mit den günstigsten CO2-Vermeidungskosten zum Einsatz kommen.«
Hier spiele Erdgas auch noch 2030 eine Rolle. »Natürlich möchte man immer noch mehr CO2 sparen, allerdings gibt es das nicht umsonst.« Will man 2030 die Emissionen im Stromsystem um 75% senken, müsste man CO2-Preise von etwa 300€/t in Kauf nehmen. »Mit dem Geld könnte man in den Stromsystemen vieler anderer Länder ein Vielfaches der Emissionen vermeiden.«


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Ausgabe:
es 07/2014
Bilder:
Uschi Dreiucker / pixelio.de
Bild: E.on
Bild: E.on

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