17. JANUAR 2018

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Wer hat die Datenhoheit?


Digitales

Moderne Windenergieanlagen erzeugen jede Menge Daten. Wer diese wie und wofür nutzen darf, ist meist eine Einzelfallentscheidung. Sie sollte frühzeitig erfolgen.
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Der Umgang mit Daten, speziell mit Anlagendaten, ist seit der Entstehung der Windenergiebranche immer wieder Gegenstand von Kontroversen. Wer hat das Recht, welche Daten für welchen Zweck und über welchen Zeitraum zu nutzen?


In Windenergieanlagen werden unterschiedlichste Daten von diversen Systemen erzeugt. Das Condition Monitoring System (CMS), welches vornehmlich Schwingungsdaten aus dem Antriebsstrang speichert und auswertet, ist hierfür nur ein Beispiel, so Stefan Bockholt, technischer Leiter bei Eno Energy in Rostock.

Zu Anfang klären

»Die Frage nach der Hoheit über die in Windenergieanlagen gewonnenen Daten betrifft ein sehr komplexes Themenfeld und lässt sich nicht allgemein beantworten«, sagt Bockholt. Welche Daten erhoben und wie die Rechte an deren Verwertung geregelt werden, könne nach seinen Worten nur Bestandteil individueller, vertraglicher Regelungen sein.


 Diese vertragliche Ausgestaltung sollte so früh wie möglich angegangen werden und Teil der Planungsphase sein, raten Experten. Nach Ansicht von Holger Fritsch von Bachmann Monitoring sollten Regelungen zur Datennutzung unbedingt rechtzeitig, sprich im Vorfeld des Kaufs von Anlagen besprochen werden.


Hier sei in der Praxis eine große Lücke festzustellen; selbst in solchen Unternehmen, die sowohl Planung als auch Betriebsführung anböten, würden diese wichtigen Grundlagen oft nicht beachtet, so Fritsch.

Technik

Die Daten eines CMS gehören nach seinen Worten in der Regel demjenigen, der das CMS gekauft hat, sprich dem Betreiber eines Windparks beziehungsweise einer Organisation – etwa dem unabhängigen Serviceanbieter, dem Energieversorger oder dem Investor. »In der Gewährleistungszeit beziehungsweise dem Zeitraum der Vollwartung hat natürlich auch der OEM oder der unabhängige Serviceanbieter den berechtigten Wunsch, die Analyseergebnisse zu erhalten«, sagt Fritsch. »Auch hierfür gibt es vertragliche Regelungen und technische Lösungen, etwa die Spiegelung der Daten, die den gleichberechtigten Zugriff gestatten.«


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Ausgabe:
es 10/2017
Bilder:
Bild: Windrad/ fotolia.de

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