26. APRIL 2018

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Prima Klima?


Management

Politik - Klimaschutz gelingt nur mit einer Reihe von Maßnahmen, die ökonomisch und technisch auch machbar sein müssen. Die EU und Deutschland haben noch einiges zu tun.
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Im Jahr 2017 wurde aus Wind, Sonne und Biomasse in der Europäischen Union erstmals mehr Strom produziert als aus Stein- und Braunkohle zusammen. Das zeigt eine Analyse zur europäischen Energiewende der Thinktanks Agora Energiewende und Sandbag. Die Stromerzeugung aus den drei Energien wuchs laut den Autoren im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. Da die Wasserkraftproduktion stark rückläufig war, stieg der Anteil aller Erneuerbaren an der Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr nur von 29,8 auf 30 Prozent.

Trotz des Anstiegs bei Wind und Solar sind die CO2-Emissionen des europäischen Stromsektors 2017 laut Studie nicht gesunken. Da die Emissionen außerhalb des Stromsektors zunahmen, sei erstmals seit 2010 mit einem Anstieg der Emissionen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems zu rechnen.

»Da der Stromverbrauch das dritte Jahr in Folge steigt, müssen die Länder ihre Bemühungen um Energieeffizienz verstärken«, so Sandbag-Analyst Dave Jones. »Damit bei den Emissionen etwas passiert, kommen die Länder der Europäischen Union nicht umhin, Kohlekraftwerke stillzulegen.«
Um das EU-Ziel für erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen, muss die EU laut den Autoren in den kommenden Jahren deutlich größere Anstrengungen unternehmen als in der Vergangenheit. Wichtige Instrumente dafür sind in Arbeit: Das Europäische Parlament hat Mitte Januar die Parlamentspositionen zur Erneuerbare-Energien- und zur Energieeffizienz-Richtlinie sowie zur Governance-Verordnung festgelegt. Mit den verabschiedeten Beschlüssen wird es in die kommenden Verhandlungen mit dem Europäischen Rat und der Europäischen Kommission gehen. Diese starten im Frühjahr und sollen Ende 2018 abgeschlossen sein.

Höhere Ziele für Erneuerbare

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie und die Governance-Verordnung werden wichtige Weichen in der europäischen Gesetzgebung für Ausbau und Integration der Regenerativen nach 2020 stellen, so der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). Angesichts fehlender national verbindlicher Ziele bis 2030 komme der Governance und den darin vorgesehenen nationalen Energie- und Klimaplänen eine zentrale Rolle zu, um Investitionsentscheidungen zur Erreichung der europäischen Energie- und Klimaziele zu bewirken.
Eine wichtige Weichenstellung sei vor allem die vom Parlament geforderte Anhebung des Anteils erneuerbarer Energie am EU-Gesamtenergieverbrauch, so der BEE. Laut Parlamentsbeschluss soll der Anteil im Jahr 2030 bei mindestens 35 Prozent liegen. Positiv bewertet der Verband die Verbesserungsvorschläge zur Ausgestaltung der nationalen Fördermechanismen in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie. Gut sei dabei vor allem, dass Mitgliedsstaaten zwischen technologiespezifischen und technologieneutralen Ausschreibungen auswählen sowie Sonderregelungen für kleine Akteure und Bürgerenergie schaffen können.

Der BDEW sieht die Beschlüsse des Parlaments zu den Governance-Regeln positiv: »Erfreulich ist, dass das Parlament den Vorschlag von Kommission und Energieministerrat zum Erneuerbaren-Ausbau stützt: Die Mitgliedstaaten dürfen nicht mehr hinter ihre verbindlichen Ausbauziele bis 2020 zurückzufallen, und es wird ein neuer Weg für die Steuerung des Ausbaus eingeschlagen«, so der Verband.


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Ausgabe:
es 02/2018
Bilder:
Bild: mozZz/ fotolia.de

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