18. DEZEMBER 2017

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Vorsorge in Arbeit


Markt - Erdgas

Versorgungssicherheit - Auch wenn aktuell die Situation sehr gut ist, Optimierung macht immer Sinn. Auch um mögliche Schwachstellen zu minimieren. Denn ist die Versorgungssicherheit erst einmal in den Brunnen gefallen, ist es zu spät. Gut also, dass man darüber nachdenkt, wie sich diese weiter verbessern lässt. Vorschläge kommen aus Branche und Politik.
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Branche und Politik gehen davon aus, dass die Gasversorgungssicherheit grundsätzlich auf einem sehr hohen Niveau liegt. Also kein Grund zur Sorge. Die Gasmangelsituation im Februar 2012 in Süddeutschland hat allerdings Optimierungsbedarf aufgezeigt. Auch wenn sie nach Einschätzung der Branche beherrschbar war. Voraussetzung für einen nationalen Notfall bestand demnach nicht, und Maßnahmen der Netzbetreiber sowie vorhandene Marktmechanismen griffen.

Dazu kommen sich verändernde Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Gasversorgungssicherheit haben. »Aktuell besteht in Deutschland eine gute Versorgungssicherheit, diese ist aber langfristig zu re-evaluieren«, so Harald Hecking vom Energiewirtschaftlichen Institut der Uni Köln (EWI). »Insbesondere bezüglich von Füllstandsleveln der Erdgasspeicher im Winter oder bestimmter regionaler Engpässe.«

Speicher für interne Regelenergie

Mehr Transparenz sowie Kommunikationswege frühzeitig zu etablieren ist wichtig für eine verbesserte Prävention eine Erkenntnis, die die Branche aus der Situation von 2012 gezogen hat. Daher haben die Verbände BDEW, VKU und GEODE einen Leitfaden zur Krisenvorsorge Gas herausgegeben.

Auch der baden-württembergische Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) Terranets bw hat reagiert, um die Versorgungssicherheit in seinem Gebiet nachhaltig zu erhöhen. Eine Maßnahme: Seit April 2015 ist er als erster FNB Betreiber eines Gasspeichers. Der Porenspeicher Sandhausen hat eine Arbeitsgaskapazität von 30Mio.m³. Die Steuerung ist vergleichbar mit der Netzatmung, also der Pufferung von Gasmengen in den Leitungen. Er wird gefüllt, wenn überschüssiges Gas im Netz ist, und geleert, wenn zu wenig Gas im Netz ist. Das vermeidet den Einkauf von externer Regelenergie. Einspeisung und Entnahme der Mengen wird bei der Bilanzierung der Gasmengen im Marktgebiet berücksichtigt.

»Grundsätzliches Ziel ist, dass der Speicher vor Beginn zu erwartender Kälteperioden ausreichend gefüllt ist, um Unterspeisungen des Netzes auszugleichen und die Netzstabilität sicherzustellen«, so Christopher Dodd, der das Modell zur Integration des Speichers bei Terranets bw maßgeblich entwickelt hat. Bei Befüllung und Entnahme von Gas sind die Kennlinien des Speichers mit den jeweiligen Injektions- und Entnahmeraten abhängig vom Speicherfüllstand auch unter geologischen Punkten zu beachten.

Ganz allgemein haben Gasspeicher eine wichtige Rolle im Rahmen der Versorgungssicherheit. 2015 lag dies im Fokus des Interesses: Erst die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Speicherstudie, dann der BDEW-Vorschlag für ein Gas-Reservemodell. Und zuletzt hat Ende 2015 das BMWi ein Eckpunktepapier mit Maßnahmen veröffentlicht, die die Versorgungssicherheit weiter verbessern sollen. Es räumt der Flexibilität einen großen Platz ein.


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Ausgabe:
es 01/2016
Bilder:
Astora
Astora
RWE

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