23. FEBRUAR 2017

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Neuland mit Hafenanschluss


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Konversionsfläche - Die Hamburger Hafen-City soll Maßstäbe setzen für modernes Bauen und sparsamen Energieeinsatz. Die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Damit das Megaprojekt seinem Vorbildcharakter gerecht wird, müssen Planer und Versorgungsunternehmen Pioniergeist beweisen.
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Mit der Stadt des 21. Jahrhunderts will Hamburg zukunftsweisende Standards durch nachhaltige Stadtentwicklung setzen. Das lässt sich die Hansestadt rund 2,5 Milliarden Euro kosten. Über 8 Milliarden Euro an privaten Investitionen sollen hinzukommen. Mittel- und langfristig soll die Hafen-City einen bedeutenden Anteil an der Erfüllung der Hamburger Klimaschutzziele haben, die eine Reduktion des CO2-Austoßes um 40Prozent bis zum Jahr 2020 gegenüber 1990 vorsieht. Eine Zertifizierung der Gebäude ist seit 2010 Pflicht. Die Kriterien werden im Moment überarbeitet und verschärft, da eine integrierte Energieerzeugung erwartet wird und ein Teil des Dachs oder der Fassade mit Solaranlagen ausgestattet werden.

Monitoring der Verbräuche

Wichtig ist Professor Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hafen-City Hamburg, das Monitoring. Nach zwei Jahren werden die Gebäude kontrolliert, die nachrüsten müssen, wenn die Energieeffizienz nicht eingehalten wurde. »Wir wollen kein Whitewashing betreiben, sondern Einsparungen im Energieverbrauch sehen«, so der Geschäftsführer. Nicht jeder Architekt ist dafür gewappnet– »das liegt an dem Ausbildungsdefizit an den Hochschulen«, erklärt Bruns-Berentelg.

Das erste Zertifikat für Wohngebäude erhielt das Nidus-Loft. 2008 überlegten sich Sandra und Jörg Munzinger, in die Hafen-City zu ziehen. »Es ist ein toller innerstädtischer Wohnstandort«, erklärt der Architekt. Im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis stieß das auf Begeisterung. Viele schlossen sich an und gründeten die erste eigeninitiierte und selbstorganisierte Baugemeinschaft der Hafen-City mit einem Investitionsvolumen von 11 Millionen Euro.

»In der Gründung einer Baugemeinschaft sahen wir die Chance, unseren Wunsch nach Wohnen und Arbeiten unter einem Dach zu realisieren. Unser Nutzungskonzept aus Wohnen, Kreativität, Kunst und Kultur soll Synergien zwischen den Bewohnern und dem Umfeld im Elbtorquartier schaffen«, erklärt Munzinger. Durch den Einsatz kontrollierter Wohnraumlüftung mit einer Wärmerückgewinnung setzte das Nidus-Loft neue Maßstäbe im Energieverbrauch der Wärmeverlust ist marginal und lag 30Prozent unter den gesetzlichen Normen.

Höhere LüftungsKosten

Als das KfW-Effizienzgebäude 2009 entstand, war das noch innovativ. Heute sei eine kontrollierte Wohnraumlüftung fast schon Standard, erklärt Munzinger. Für ihn hat dies auch Schattenseiten. Dem niedrigen Energieverbrauch stehen höhere Kosten für die Wartung gegenüber. »Monetär zahlt es sich nicht aus.«

Auswirkungen hat die Orientierung an Nachhaltigkeit auf Bauherrn, da ausschließlich ökologische Materialien verwendet werden dürfen und ein Schadstoff-Nachweis gefordert wird. »Das erschwert den Planungsprozess, und der Bauherr muss sich damit abfinden, dass er sich einem engen Rahmen unterordnen muss«, erklärt der Architekt.


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Ausgabe:
es 01/2017
Bilder:
Elbe&Flut/Hafencity
Burkhard Kuhn/Hafencity
Burkhard Kuhn/Hafencity
Elbe&Flut/Hafencity

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