29. MAI 2017

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Finanzierungswege – so gestalten Stadtwerke die Energiewende


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Geschäftsmodelle von Stadtwerken haben sich in den letzten 20 Jahren enorm verändert. In sämtlichen Kerngeschäftsfeldern, insbesondere bei dem Betrieb der Energienetze, im Energiehandel und in der Energieerzeugung wurden neue Märkte geschaffen.

Geschäftsmodelle von Stadtwerken haben sich in den letzten 20 Jahren enorm verändert. In sämtlichen Kerngeschäftsfeldern, insbesondere bei dem Betrieb der Energienetze, im Energiehandel und in der Energieerzeugung wurden neue Märkte geschaffen. Diese Märkte zeichnen sich inzwischen durch hohen Wettbewerb aus: sei es durch Ausschreibungen für Netzkonzessionen, durch Effizienzauflagen von Regulierungsbehörden oder durch den durch das Internet stark gestiegenen Wettbewerb mit Strom- und Gasanbietern um den Endkunden.

In diesem Umfeld profitieren Stadtwerke zwar noch von Synergieeffekten in den sogenannten Corporate Services. In den einzelnen Geschäftsbereichen allerdings müssen die Kosten den Benchmarkvergleich mit den neuen Wettbewerbern bestehen. Zwingend ist dies vor allem aufgrund der durch die Regulierung reduzierten Preismacht. Sie erlaubt es nicht, höhere Kosten über höhere Produktpreise zu kompensieren.

Effizienz im Hinblick auf Kapitalkosten bedeutet künftig, den Fokus auf Geschäftsbereichsebene zu setzen: So sollte die kurzfristige allgemeine Unternehmensfinanzierung für die Working Capital Finanzierung zur Verfügung stehen.

Die langfristigen Netz-Infrastrukturinvestitionen sollten durch Kapitalmarktfinanzierungen, die die regulatorische Situation spiegeln, dargestellt werden – insbesondere Schuldscheine und Anleihen.

Die ebenfalls langfristige Finanzierung von Energieerzeugungsanlagen sollte durch laufzeitkongruente, zinsgesicherte Non-Recourse-Projektfinanzierungen umgesetzt werden.

Dass dies notwendig ist, erklärt sich mindestens aus zwei Gründen. Erstens: In einem so wettbewerbsintensiven Umfeld ist es unwahrscheinlich, dass künftige Zinsänderungs- und Anschlussfinanzierungsrisiken auf Kunden umgelegt werden können – zumal die Konkurrenz, zum Beispiel Infrastruktur-Investoren, diese Risiken in der Regel absichern.

Zweitens müssen die Stadtwerke ihre Bilanz im ›Investment Grade‹-Bereich halten, um bei den Kapitalkosten für die allgemeine Unternehmensfinanzierung sowie die Refinanzierung des Netzbetriebs nicht die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Deshalb sollten sie künftig alle genannten Finanzierungswege konsequent zur nachhaltigen Steuerung ihrer Kapitalkosten nutzen – tun sie dies, werden sie ihre Wettbewerbsvorteile bei der Gestaltung der Energiewende voll ausspielen.

Ausgabe:
es 04/2017
Bilder:
ING-DiBa AG

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