18. DEZEMBER 2017

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Bieterfieber für Ökostrom


Markt

Die neue Zeitrechnung ohne festgelegte Fördersätze im Erneuerbare-Energien-Gesetz schlägt Wellen. Nach Solarparks sind nun auch Windparks in der Ausschreibung. Der Bieterwettstreit drückt die Preise.
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Stadtwerke, Projektentwickler, Investoren und Ausrüster müssen seit diesem Jahr beim Bau von Windparks Ausschreibungsgebote einpreisen. Standards der alten Förderpraxis mit festen berechenbaren Einspeisetarifen sind passé. Für Solaranlagen auf der Freifläche gilt dies bereits seit 2015. Seither führt die Bundesnetzagentur hier jährlich drei Ausschreibungen durch. In den Jahren 2015 und 2016 schrieb sie in Summe über 900MW aus. In diesem Jahr sind es in drei Auktionsrunden insgesamt 600MW.

Mit dem neuen EEG 2017 kamen über 750kW starke Anlagen an und auf Gebäuden hinzu. »Die Preise gehen definitiv nach unten. Die Qualität rückt in den Hintergrund«, bringt Christoph Schmitt, Geschäftsführer vom Projektierer Solar-Konzept, seine Erfahrung auf den Punkt.
Sein Unternehmen erhielt in der dritten Auktionsrunde im Dezember 2015 für zwei Solarkraftwerke bei Zarrentin am Schaalsee in Westmecklenburg den Zuschlag. Die Förderhöhe beträgt acht Cent je Kilowattstunde und wurde nach dem höchsten Fördergebot, dem sogenannten uniform pricing ermittelt. Beide Parks mit einer Gesamtleistung von 16,4MW gingen Anfang Mai ans Netz.

Schmitt weiß, worauf es im Bieterwettstreit ankommt: »Durch den gestiegenen Preisdruck wird bei allen Projekten noch stärker auf die Wirtschaftlichkeit geachtet, unter anderem möglichst hohe Einstrahlung, günstige Pacht, gut geeigneter Boden, naher Netzanschluss.«
Die Zahlen der Bundesnetzagentur zu Gebotspreisen und Zuschlagswerten bestätigen den Abwärtstrend. Lag die Förderhöhe in der Pilotausschreibung im April 2015 im Schnitt noch bei 9,17 Cent je kWh, erreichte sie im Juni den Tiefstand von 5,66 Cent je kWh.

Gemeinsame Ausschreibungen

»Dieses Auktionsergebnis ist ein weiterer Beleg für das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis der Photovoltaik. Es gibt keinen Grund mehr, den Photovoltaik-Ausbau weiter zu deckeln«, schließt hieraus Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Im Kraftwerksmaßstab erzeugter Solarstrom habe inzwischen in Deutschland die Erzeugungskosten von Strom aus neu errichteten fossil befeuerten Kraftwerken unterschritten. Das jährliche Auktionsvolumen müsse deutlich erhöht werden, um Klimaschutzziele einzulösen und den wachsenden Ökostrombedarf für Strom, Wärme und Mobilität zu decken.


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Ausgabe:
es 08/2017
Bilder:
Bild: carballo/fotolia.de
EnBW
Jan Oelker/Thüga

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