18. NOVEMBER 2017

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Strom als Vermietersache


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Das neue Mieterstromgesetz benachteiligt Wohnungsunternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien lokal erzeugen wollen, steuerlich. Das bringt Dienstleistern Vorteile, die sich schon früh mit Stromerzeugung für Mehrfamilienhäuser befasst haben. Jetzt haben sie einen Wissensvorsprung, der sich gut vermarkten lässt.
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Strom vom eigenen Dach: Für Hauseigentümer war und ist das leicht; sie können selbst entscheiden, ob sie dafür Geld ausgeben oder nicht. Für Mieter von Wohnungen ist es nicht ganz so leicht. Bauliche Maßnahmen dürfen sie nicht veranlassen, der Wunsch nach Ökostrom muss anders realisiert werden. Mit Inkrafttreten des Mieterstromgesetzes im Sommer ist eine neue Rechtslage entstanden, die die beschriebene Situation für viele Mieter ändern und damit verbessern soll.

Strom aus eigener Herstellung

»Das Mieterstromgesetz ist ein Meilenstein«, so der Gesamtverband der Wohnungswirtschaft GdW in einer Mitteilung. Der Grund: Die Attraktivität einer Immobilie steigt, weil die Wohnnebenkosten in Form der Stromkosten sinken. Das kann vielen Eigentümern nur recht sein, denn es gibt einen intensiven Wettbewerb auf dem Markt für Wohnimmobilien.

Zudem gibt es einen Zusatznutzen, der vielen Eigentümern willkommen sein wird: Mieterstom bedeutet Zusatzeinnahmen. Strom wird immer gebraucht.

Eigenanteil größer 60 Prozent

Mieterstrom-Dienstleister sind noch rar gesät; einer der ersten war nach eigenen Angaben die Firma Polarstern aus München.

»Angefangen mit Mieterstrom haben wir vor fünf Jahren«, sagt Florian Henle, einer der drei Firmengründer. »Seit 2015 haben wir in München Projekte in der Versorgung.« Aktuell habe das Unternehmen rund 100 Projekte in der Pipeline. Eines der Münchner Projekte war im Stadtteil Aubing. Die Energie-Eigenversorgung liegt den Angaben zufolge bei über 60 Prozent.

Dazu tragen eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 90 Kilowatt-Peak auf dem Dach des Gebäudes und ein Blockheizkraftwerk mit 20 Kilowatt elektrischer Leistung im Keller bei, so Polarstern. »Die Mieter sparen auf diese Weise bis zu 20 Prozent ihrer Energiekosten, verglichen zur lokalen, fossilen Grundversorgung«, so das Unternehmen.


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Ausgabe:
es 09/2017
Bilder:
Polarstern
Polarstern
Polarstern

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