19. FEBRUAR 2018

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Mehrwert über Funk


Digitales

Neue Funktechnologie ermöglicht intelligente Services und Geschäftsmodelle. So entstehen unternehmerische Chancen für kommunale Versorger.
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Als Sascha Schlosser im März 2017 zum Geschäftsführer der Zenner International GmbH & Co. KG berufen wurde, um beim Saarbrücker Messgerätehersteller das Angebot an IoT-fähigen Zählern und digitalen Lösungen auf- und auszubauen, war er durchaus optimistisch, dass dies gelingen könnte. Nur zehn Monate später ist klar: Die neuen LPWAN-basierten Angebote treffen den Nerv der Energie- und Versorgungswirtschaft. Das Echo aus dem Markt habe die Erwartungen bei Weitem übertroffen, berichtet Schlosser.

Daheim und unterwegs

Technik und Lösungen? Erklärungsbedürftig. LPWAN steht für Low Power Wide Area Network. Lorawan ist ein spezieller LPWAN-Standard und bedeutet Long Range Wide Area Network. Beide Standards eignen sich für die drahtlose Kommunikation zwischen IoT-Objekten wie Sensoren oder Zählern. Zentrale Vorteile dieser Technologien sind die große Funkreichweite, die Fähigkeit, auch schwer zugängliche Orte wie Schächte und Kellerräume zu erreichen, sowie ein sehr geringer Energieverbrauch der batteriebetriebenen Endgeräte. Die Lorawan-Technologie ist somit die Basis zweier Lösungsstränge: einer für Anwendungen in Gebäuden, einer für Outdoor-Applikationen.

Kommunizieren

Die Indoor-Lösung setzt auf den Smart Meter Gateways (SMGW) intelligenter Messsysteme auf, genauer gesagt auf deren CLS-Schnittstelle, wo sogenannte Controllable Local Systems angeschlossen werden. Um hier andocken zu können, hat Zenner mit Unterstützung der Mannheimer Hessware GmbH ein spezielles Lorawan-CLS-Gateway entwickelt. Dieses Gerät sammelt und sendet einerseits Signale beziehungsweise zu Endgeräten wie den erwähnten Sensoren und Zählern. Andererseits kommuniziert die CLS-Box von Zenner über die Wide-Area-Network(WAN)-Schnittstelle des SMGW und die gesicherte Datenverbindung mit der Außenwelt.

Gebäude

Das Potenzial der Indoor-Anwendungen ist riesig. Neben Energieservices etwa im Bereich Submetering sind Aktivitäten wie Gerätesteuerung, Gebäudesicherheit oder Gesundheit naheliegende Optionen. Die Attraktivität solcher Services liegt für Sascha Schlosser auf der Hand: »Stadtwerke suchen nach neuen Geschäftsmodellen auf Basis von Mehrwertdiensten. Mit dieser Technologie bekommen sie den Schlüssel dazu in die Hand, sowohl unmittelbar für den eigenen Vertrieb, als auch in der Rolle als wettbewerblicher Messstellenbetreiber. Der grundzuständige Messstellenbetreiber wird die Nutzung der WAN-Kommunikationsstrecke durch externe Marktteilnehmer aktiv unterstützen, da er dafür ein zusätzliches Entgelt einstreichen kann.« Weil dieses Entgelt nicht in die vom Gesetzgeber vorgegebenen Preisobergrenzen für den Rollout und Betrieb intelligenter Messsysteme fällt, können Stadtwerke so ihr Geschäftsmodell optimieren.


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Ausgabe:
es 01/2018
Bilder:
Bild: j-mel/fotolia.de
Bild: Zenner

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