25. SEPTEMBER 2016

zurück

kommentieren drucken  

Schneller Zugriff


GIS Intranet-Auskunft bei der GEW Köln

Bei der GEW Köln profitieren 150 Nutzer vom Geographischen Informationssystem. Mit Autodesk MapGuide, einer Standard-Internet-Lösung, haben sie unproblematisch und schnell Zugriff auf die Daten des Gas-, Wasser-, Fernwärme- und Stromnetzes.

Die GEW Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG besteht seit 125 Jahren und versorgt mit etwa 2.600 Mitarbeitern die Stadt Köln mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Die Einzugsgebiete sind je nach Sparte unterschiedlich. Bei Gas, Wasser und Fernwärme werden Teile, in der Sparte Strom das gesamte Stadtgebiet von zirka 400 km2 versorgt.

Ziel der GEW ist, auf dem modernsten Stand der Technik zu sein. Dies drückt sich beispielsweise in der Beteiligung an einem Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikationsdienstleistung aus sowie in der angestrebten vollständigen digitalen Führung der Netzbetriebsmittel. Die Ersterfassung der bisher in verschiedenen Planwerken dokumentierten Betriebsmittel wird im Jahr 2000 abgeschlossen sein.

Die Daten werden zur Zeit auf zehn Arbeitsplätzen mit eigenentwickelten Anwendungen auf des Basis von Sicad/BS2000 und Sicad/open erfasst und fortgeführt. Das Bestandsplanwerk mit einem geometrisch exakten Lagenachweis der Betriebsmittel dient unter anderem zur Information von Unternehmen, die Baumaßnahmen durchführen. Derzeit liegen bereits über 50 % dieser Daten digital vor. Sicad/open, ein Produkt der Münchener Sicad Geomatics GmbH & Co. OHG, nutzt der Energieversorger für die digitale Führung der Übersichtsplanwerke Gas, Wasser und Fernwärme. Dieser Datenbestand wird mitunter für die Erstellung von thematischen Karten und als Grundlage für Rohrnetzplanungen genutzt.
Unternehmensweit auf Geodaten zugreifen


Was dem Energieversorger fehlte, war ein Auskunftstool, durch das Mitarbeiter unternehmensweit auf Geodaten zugreifen können. Gesucht wurde eine Lösung, die eine spartenübergreifende Auskunft und zugleich die Darstellung zusätzlicher Geoinformationen, zum Beispiel Grundkarten, Umweltinformationen und Baumaßnahmen ermöglicht. Das bedingte die Anbindung relationaler Datenbanken und die Übernahme verschiedener Grafikformate. GEW entschied sich aus diesem Grund für das Produkt Autodesk MapGuide, die Standard-Internet-Lösung für Geographische Informationssysteme der Autodesk GmbH, München. Angefragt wurde auch bei der Sicad Geomatics, allerdings war eine derartige Internet-Lösung damals noch nicht verfügbar.

Bei der Autodesk-Lösung der GEW sorgen ein MapGuide-Server und 150 Viewer-Lizenzen für den Durchblick in Sachen Geodaten. Erwartet wird, dass noch einmal 150 Arbeitsplätze hinzukommen. Die Internet-GIS-Software erlaubt verschiedenen Sichten der Daten, die jeweils unterschiedlich grafisch aufbereitet werden können. Über die allen Anwendern zugänglichen Daten können auch Informationen vorgehalten werden, die nur autorisierten Nutzern zugänglich sind. Das Programm verfügt über die notwendige Anbindung an relationale Datenbanken sowie über eine Reihe von Standardkonvertern, die das Einlesen fast aller GIS-Formate erlauben. Im Herbst 1998 wurde die GIS-Lösung von Autodesk binnen acht Wochen installiert.

Für die Übernahme der Sicad-Daten wurden durch GEW und ein externes Unternehmen spezielle Konverter entwickelt. Die Entwicklung eines Umsetzungsprogramms von Sicad-SQD in das SDF-Format von Autodesk Map Guide dauerte etwa sechs Wochen.

Mit Autodesk MapGuide ist die GEW erstmals in der Lage, viele wichtige und häufig erforderliche Geodaten unternehmensweit unmittelbar zugänglich zu machen und mit zusätzlichen Informationen zu überlagern. Zielgerichtet können derzeit 150, später 300 Mitarbeiter in verschiedenen Abteilungen der GEW von diesem technischen Fortschritt profitieren.

Durch die neue Intranet-Auskunft verzeichnet die GEW deutliche Verbesserungen. Zum Beispiel können bei Kundenanfragen innerhalb kürzester Zeit vom Arbeitsplatz aus die richtigen Auskünfte über Versorgungsmöglichkeiten und Netzinfrastruktur geliefert werden. Eine solche Information war früher nur durch das umständliche Zusammentragen verschiedener Karten und Pläne aus Archiven möglich.

Statistische Auswertung des Netzes möglich


Darüber hinaus sind statistische Auswertungen über das Leitungsnetz möglich. Per Tastendruck informiert das System zum Beispiel über Leitungslängen, bestimmte Materialien, Nennweiten und über den Korrosionsschutz in frei wählbaren Gebieten. Weiterhin können Schadensdaten der letzten fünf Jahre visualisiert werden.

Die Integration zusätzlicher Informationen bei der GEW erweitert die reine Netzdokumentation zum Geodaten-Warehouse. So kann ein Techniker neben Daten zu den verlegten Leitungen auch Informationen über die Überschwemmungshöhen des Rheins erfragen und weiß so, ohne vor Ort zu sein, welche Anlagen bei einem bestimmten Pegelstand betroffen sind.

Die Intranet-Auskunft wird als Alternative zu dem bisherigen Arbeiten mit Papierplänen angeboten. Inzwischen hat sich das Intranet bei einem Großteil der Mitarbeiter durchgesetzt, da sie erkannt haben, dass für viele ihrer Aufgaben so eine schnellere Informationsbereitstellung möglich ist. Die GEW will das damit verbundene Kosteneinsparungspotential auch in Zukunft weiter ausschöpfen, etwa durch eine Online-Bereitstellung für Mitarbeiter in Außendiensttätigkeiten, um aufwendige Planverteilungsverfahren einsparen zu können und um gleichzeitig eine höhere Aktualität und Qualität zu erreichen.

Perspektivisches Ziel ist es, zukünftig die sofortige und bedarfsgerechte Bereitstellung aller aufgabenrelevanten Informationen ortsunabhängig sicherzustellen.



kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Grünes Licht  für Pariser Klimaabkommen

Grünes Licht für Pariser Klimaabkommen

Deutschland kann das Klimaschutzübereinkommen von Paris ratifizieren. Nur einen Tag nach dem Bundestag billigte auch der Bundesrat das Ratifizierungsgesetz. Es wird nun dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt. » weiterlesen
Wetterradar versus Windrad

Wetterradar versus Windrad

Darf ein Windrad in der Nähe vom Wetterradar stehen? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) befürchtete zum Beispiel in zwei Fällen, dass das Wetterradar gestört werden könnte und legte Widerspruch ein. In vorheriger Instanz entschied das Oberverwaltungsgericht gegen den DWD, der legte Revision ein. Nun entschied das Bundesverwaltungsgericht. » weiterlesen
Web.de verkauft Strom

Web.de verkauft Strom

Web.de, einer der größten deutschen E-Mail-Anbieter, steigt in den Energiemarkt ein. Unter dem Namen ›Web.de Strom‹ startet das Unternehmen ein bundesweites Angebot für Strom. Drei Tarife stehen zur Auswahl. » weiterlesen
Ausgezeichnete Energieeffizienz

Ausgezeichnete Energieeffizienz

Das Bundeswirtschafts- und das Bundesumweltministerium haben die ersten Unternehmen für ihre Teilnahme an der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke ausgezeichnet. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS