29. SEPTEMBER 2016

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Getrennte Welten vereinigen


Integration von Konstruktion (CAD) und Geoinformationssystem (GIS)

Versorger verlangen vermehrt nach Softwarelösungen, die eine Erstellung der Netzdaten (CAD) und die anschließende Verteilung und Nutzung (GIS) eng integrieren. In modernen Systemen können beide Funktionalitäten in einer nahtlosen und präzisen Datenbanklösung gemeinsam verwaltet werden.

Ursprünglich verstand man unter computergestützter Konstruktion leistungsfähige, hochpräzise Werkzeuge für die Dateneingabe und -bearbeitung in Plänen und Dokumentationen, und Geografische Informationssysteme wurden mit der Erstellung von Karten und räumlichen Analysen assoziiert. Zahlreiche Unternehmen setzen in den einzelnen Abteilungen sowohl CAD- als auch GIS-Systeme ein, da diese Tools unterschiedliche spezifische Funktionen bieten. Häufig wurden dabei Daten aus den CAD-Zeichnungen importiert oder digitalisiert, um in der GIS-/Kartografie-Umgebung weiter bearbeitet zu werden.

Leider führte der Weg dieser Daten allzu häufig in eine Einbahnstraße: Konnektivität, Exaktheit und geometrische Präzision gingen verloren, und die Anwender hatten das Risiko dafür zu tragen. Die GIS-Software unterstützte nur selten die technische Präzision und Genauigkeit, die vonnöten ist, um die Daten bei Bedarf wieder in eine CAD-Anwendung zurückzuführen.

Professionelle Anwender und auch deren Kunden verlangen inzwischen nach einer wesentlich engeren Integration - sie benötigen Tools für die präzise Datenerfassung und -erstellung, die sich universell für ihre Netzdokumentation, -planung oder Vermessungsaufgaben einsetzen lassen. Diese Werkzeuge sollen eine Integration mit Datenbanken sowie eine umfassende Analysefunktionalität bieten. Somit ist ein lückenloser und transparenter Austausch digitaler Netzdaten zwischen unterschiedlichen Standorten und Partnerorganisationen möglich.

Mühelose Nutzung in anderen Anwendungen
Ebenso mühelos soll die Nutzung dieser Daten in nachgeordneten Anwendungsbereichen durch Außendienst-, Wartungs- oder Verwaltungsmitarbeiter und in manchen Fällen auch Endverbrauchern möglich sein. Die vielfach getrennten Welten des CAD und der geografischen Informationssysteme stellen in Organisationen viele Hindernisse bei der Erstellung und Nutzung der Netzdaten dar:
- Mangelnde Datendurchgängigkeit
- Dateibasierte Datenspeicherung
- Kein Simultanzugriff auf Netzdaten für mehrere Nutzer
- Unzureichende Methoden für das Hinzufügen der Sachdaten zu den grafischen Daten.

Diese Hemmnisse konnten jedoch dank abgestimmter Software-Lösungen, die CAD und GIS erfolgreich integrieren, überwunden werden. Sie bieten eine Kombination aus exakter Dateneingabe mit präziser Zeichnungs- und Bearbeitungsfunktionalität sowie Tools für die Verwaltung und Analyse von Geodaten. Darüber hinaus können mit der neuen Lösung Daten von einem System zu einem anderen - und zurück - migriert bzw. übertragen werden, ohne dass dabei Daten verloren gehen.

Die im GIS bereitgestellten Daten werden idealerweise von der gesamten Organisation für Analysen und Planungen genutzt. Gerade bei Versorgern ist für die Erstellung der Netzpläne eine hohe Genauigkeit erforderlich.

In modernen Unternehmensabläufen werden Daten aus ihren Quelldateien exportiert und etwa an Behörden, Prüfer, Planungsbüros, Bauunternehmen, Wartungsfirmen oder Facility Manager übermittelt. Immer wieder werden diese Daten konvertiert, ausgedruckt, weitergeleitet oder neu eingegeben. Die Werkzeuge zur Datenkonvertierung sind häufig die Schwachstelle in diesem Prozess, da die Daten von einem System ins nächste übernommen werden, von geometrie- zu scheitelpunktbasierten Systemen und von einfacher zu doppelter Genauigkeit.

Werden die Daten als doppelt genaue CAD-Ebene extrahiert und an ein Planungsbüro geschickt, das eine solche Datenbank nutzt, gehen sowohl Präzision als auch Exaktheit leicht verloren. Und wenn die Bauingenieure anschließend davon ausgehen, dass die doppelte Genauigkeit noch verfügbar ist, da die Quelldatei ein präziser Plan war, entstehen schnell weitere Fehler. Mit der neuen, integrierten Software sind diese Hindernisse überwunden, da CAD und GIS-Funktionalitäten in einer nahtlosen und präzisen Datenbankumgebung verwaltet werden können.

Diverse Datenformate in einem System
Die CAD- und GIS-Lösungen von Autodesk unterstützen Kunden wie die Stadtwerke Frankfurt. Sie helfen den Anwendern, verschiedene Datenformate in einem einzigen Auskunftssystem zusammenzustellen und zu analysieren. Die Tools können die meisten CAD- und GIS-Formate nativ einlesen und so die bei der Datenmigration entstehenden Probleme auf ein Minimum reduzieren.

Zudem erwarten immer mehr Anwender, dass die Software offene Systeme unterstützt. Dies wird um so wichtiger, als sich die Versorgerbranche zunehmend konsolidiert und immer weniger Alternativen zu den proprietären Einzelsystemen, die ihre Daten unter Verschluss halten, bestehen.

Einige Anbieter werden sicherlich auch weiterhin teure, hochspezialisierte CAD- und GIS-Werkzeuge für hochspezifische Analyse- und Planungsaufgaben herstellen und damit die Tatsache, dass auch dieser Anwenderkreis mit anderen Nutzern interagiert, ignorieren.

Ausgabe:
es 09/2004
Unternehmen:
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