SEPTEMBER
10.2010


 

Sonne auf der Zielgeraden?


Markt/Solarenergie

Photovoltaik - Einige Experten meinen, dass die Grid Parity bereits 2012 erreicht ist. Für diese muss die aus Sonne gewonnene Energie zu gleichen Kosten verfügbar sein wie konventionelle.

»Ein nahezu unbegrenzter, selbsttragender Photovoltaikmarkt ist keine ferne Utopie«, sagt Anton Milner, Chief Executive Officer von Q-Cells. »Langfristige Kostenreduzierungen der Photovoltaikproduzenten können bei gleichzeitig steigenden Preisen für konventionellen Strom die traditionelle Energiewirtschaft schon sehr bald vor enorme Herausforderungen stellen eine stetig wachsende Nachfrage vorausgesetzt.«
Mit ein Grund, warum die Politik in vielen EU-Staaten auf die Photovoltaik (PV) setzt, ist physikalischer Natur.
»Sonnenenergie ist die einzige Energie, die prinzipiell unbegrenzt zur Verfügung steht. Mit rund 0,1 Promille der Strahlungsleistung kann der weltweite Energiebedarf gedeckt werden«, sagt Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.

Über 1GW Zubau in USA


In der EU ist Italien auf dem besten Weg, als erstes Land die Netzparität zu erreichen. Dort profitieren Solarstromanbieter von den hohen Strompreisen, die auch 2009 um 30% über dem europäischen Durchschnitt liegen.

Es könnte aber passieren, dass PV-Großanlagen in Deutschland am schnellsten die Netzparität erreichen – nach einigen Prognosen wegen des starken Zubaus von Solaranlagen bereits im Jahre 2012.
Ein weiterer wichtiger Faktor für den Preis von Solarstrom sind die Einstrahlungswerte der Sonne. Dabei gilt: Der doppelte Sonneninput führt zu verdoppeltem Stromertrag. In Süddeutschland liegt die durchschnittliche Solarstrahlung pro Jahr bei 1.000 kWh, in den USA bei 1.900.

Gerade der amerikanische Markt weckt bei den PV-Herstellern deshalb in den letzten Jahren Begehrlichkeiten. »Schon bald ist in den USA mit einem jährlichen Zubau von über einem Gigawatt Solarstrom erzeugender Anlagen zu rechnen«, beschreibt Frank H. Asbeck, Vorstandsvorsitzender von SolarWorld, die Potenziale.

In der Tat könnte das Land zum neuen Zugpferd werden. Die Solar-Initiative ›Americans for Solar Power‹ rechnet für das Jahr 2010 zunächst mit einem Zubau von 1.500 MW. Das entspräche einer Verzehnfachung des US-Marktes.

Die ›Grid Parity‹ ist ehrgeizig, aber machbar, meint Milner von Q-Cells. Bei den Zellen sei »in den nächsten Jahren mit einem Kostenreduktionspotenzial von 40 bis 50 Prozent zu rechnen«. Und eine weitere Optimierung ist bei Montage und Installation möglich.

41 % Wirkungsgrad


Solarstrom könnte damit viel schneller wettbewerbsfähig werden als bislang vermutet. Aktuelle Marktbeobachtungen zeigen, dass mit den derzeitigen Modulpreisen Installateure schlüsselfertig montierte Solaranlagen für netto 3.500 €/kW anbieten können.

Für das Erreichen des Einstandspreises ebenfalls entscheidend sind die mit Solarzellen erzielten Wirkungsgrade. Sie gehen von etwa 6 % für Cadmium-Tellurid-Solarmodule bis hin zu über 35% mit innovativen Konzentrator-Mehrschicht-Modulen.

Auf deren Herstellung hat sich Concentrix Solar in Freiburg spezialisiert. Das Unternehmen wurde im Februar 2005 von Mitarbeitern des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) gegründet. Im Januar 2009 konnten dessen Forscher den aktuellen Weltrekord aufstellen: Im Labor wurde ein Wirkungsgrad von 41,1% bei Stapelsolarzellen erreicht.

Für Installationen an guten Standorten könnte damit die ›Grid Parity‹ bereits in zwei bis drei Jahren erreicht werden. So betrachtet, scheint die Photovoltaik-Industrie auf dem richtigen Weg zu sein.
Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie hat sich als Schlüsselindustrie mittlerweile fest etabliert. Als Fokusthema wird der steigenden wirtschaftlichen und umweltpolitischen Bedeutung dieser Technologie auch auf der productronica (10. bis 13. November in München) Rechnung getragen.

Der Ausstellungsbereich der Messe für innovative Elektronikfertigung konzentriert sich auf die Herstellung von Solar- und Dünnschichtsolarzellen sowie PV-Modulen und deckt die Fertigungs- und Modultechnik ab. <

Thomas Rehberg

www.productronica.de
www.prtm.com

Wachstumsindex

Schlechtes deutsches Ergebnis


Die deutsche Solarindustrie büßt im weltweiten Vergleich seit Jahren zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit ein. Sie wurde von Chinesen und Amerikanern überrundet. Das geht aus einer Analyse der 21 weltweit bedeutendsten PV-Unternehmen hervor, bei der die Unternehmensberatung PRTM einen Wachstumsindex aufgestellt hat. Die Ursache wird vom Autor der Studie in mangelnder betriebswirtschaftlicher Effizienz gesehen.

 

 

 

 

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