29. MAI 2017

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Mehr Klarheit zur Strompreiszone


Die deutsche Bundesnetzagentur und die österreichische Regulierungsbehörde E-Control haben sich auf eine Bewirtschaftung der Stromtransportkapazitäten an der deutsch-österreichischen Grenze geeinigt. Die EEX hat darauf reagiert. Die Engpassbewirtschaftung soll ab dem 1. Oktober 2018 gelten.
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Die Spitzen im Stromaustausch werden zukünftig gekappt, der Stromhandel zwischen den traditionell gut integrierten Märkten wird jedoch auch künftig in großem Umfang möglich sein, teilt die österreichische Regulierungsbehörde E-Control mit.


Es können 4,9 GW Strom durch Langfristkapazitäten vergeben werden. Das entspreche in etwa der Hälfte des österreichischen Verbrauchs zu Spitzenzeiten.


Das sind die Eckpunkte einer Einigung, die zwischen den deutschen und österreichischen Energieregulatoren Bundesnetzagentur und E-Control heute erzielt wurden. „Der Stromhandel zwischen Deutschland und Österreich bleibt somit weitgehend im vom Markt benötigten Ausmaß offen", so die E-Control-Vorstandsmitglieder Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer.

Entlastung deutscher Verbraucher

„Das ist ein guter Tag für die deutschen Stromverbraucher, aber auch für den europäischen Stromhandel. Die zwischen den Regulierern gefundene Lösung für die deutsch-österreichische Grenze wird die deutschen Verbraucher um mehrere Hundert Millionen Euro pro Jahr entlasten", so der deutsche Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Rainer Baake.


"Die Bundesnetzagentur aber auch die Europäische Regulierungsbehörde ACER haben schon seit einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die gemeinsame Stromgebotszone mit Österreich in Deutschland und mehreren Nachbarstaaten kostspielige Netzprobleme verursacht. Die Regulierungsbehörden beider Länder haben jetzt eine gute Lösung gefunden, die unser Netz und das der Nachbarn entlastet und den europäischen Binnenmarkt stärkt.“

Erweiterte Kapazitäten durch Kurzfrist-Handel

Im täglichen Handel soll die Kapazitätsvergabe in die Region Central-West, integriert werden. Dadurch kann sich die vereinbarte Kapazität von 4,9 Gigawatt um kurzfristige Handelskapazitäten erhöhen.


Um die Übertragungskapazität im Netz zusätzlich abzusichern, werden die Übertragungsnetzbetreiber beider Länder ihre schon bestehende enge Zusammenarbeit weiterführen, stellt E-Control heraus.


Österreichische Kraftwerke sollen im Rahmen dieser Kooperation den deutschen Übertragungsnetzbetreibern weiter für erforderliches Redispatch zur Verfügung stehen. Diese Zugriffe für deutsche Übertragungsnetzbetreiber auf österreichische Kraftwerke ermöglichen eine Langfrist-Kapazität von 4,9 GW.

Mehrbelastungen für Österreich

Für die österreichischen Stromkunden würden die Mehrkosten durch die Handelsbeschränkungen geringer ausfallen als bisher angenommen, so die österreichische Behörde.


„Wir haben eine Lösung erreicht, die die Auswirkungen auf die heimischen Stromkunden so gering als möglich hält. Ohne Einigung hätte Deutschland die Vorbereitungsarbeiten und die Einführung eines Engpasses einseitig fortgesetzt, was für österreichische Kunden und den Markt deutlich schlechtere Bedingungen gebracht hätte. Durch die Einigung und die nun folgende weitere detaillierte Ausgestaltung wird für alle Marktteilnehmer die erforderliche sichere Planungsbasis zur weiteren Vorgangsweise geschaffen“, erläutert Eigenbauer.

Ausbau der Kapazitäten

Zudem sollen künftig die Stromhandelskapazitäten mit einem weiteren Übertragungsnetzausbau etappenweise erhöht werden. Der erste Teil der grenzüberschreitenden Stromleitung vom oberösterreichischen St. Peter / Hart ins benachbarte Bayern soll 2022 fertiggestellt sein, der letzte schließlich 2024.


Die zwischen den Regulierern getroffene Einigung wird nun mit den betroffenen Nachbarn und der EU-Kommission konsultiert werden.

Stromfutures für Österreich

Vor dem Hintergrund der geplanten Aufteilung der deutsch-österreichischen Preiszone wird die European Energy Exchange (EEX) finanziell abgewickelte Stromfutures für Österreich einführen. Die neuen Produkte sollen am 26. Juni 2017 starten, wie die Börse weiter mitteilt. Sie umfassen Grund- und Spitzenlastkontrakte mit einer monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Fälligkeit.


Nach Konsultation mit den Marktteilnehmern plant das Unternehmen zudem die Phelix-DE Produktpalette ausbauen: Am 26. Juni werden zusätzliche kurzfristige Fälligkeiten (Tages- und Wochenfutures) für die Grund- und Spitzenlastlieferung eingeführt.


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Datum:
15.05.2017
Bilder:
Bild: Oli.P/fotolia.de

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