29. MAI 2017

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Klärwerk als Rohstoffmine


Hamburg Wasser hat große Pläne für sein Klärwerk: dort soll die weltweit größte und effizienteste Phosphorrecyclinganlage entstehen. Auch die Energieerzeugung wird ausgebaut.

Zwei Jahre lang wurde auf dem Klärwerk Hamburg ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Rückgewinnung getestet, wie das Unternehmen weiter mitteilt. Jetzt soll es im großen Maßstab realisiert werden. Damit werde Hamburg die erste Stadt weltweit sein, die den im Klärschlamm enthaltenen Phosphor systematisch recycelt.


Der Bau der Anlage soll 2018 beginnen, die Aufnahme des Regelbetriebs startet ein Jahr später. Dann können jährlich rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche genutzt werden, um daraus das Industrieprodukt Phosphorsäure zu gewinnen.

Weniger Phosphorimporte möglich

Phosphor wird vor allem für die Herstellung von Dünger verwendet. Der Mensch nimmt Phosphor über die Nahrung auf. Die weltweiten Phosphorressourcen sind endlich. Deutschland hat keine natürlichen Phosphorreserven, heißt es in der Mitteilung.


Zudem zeige die in Hamburg entstehende Anlage das Potenzial des Phosphorrecyclings aus Klärschlammasche: Käme es auf allen deutschen Kläranlagen zur Anwendung, würden rund 60 Prozent aller Phosphorimporte überflüssig.


„Abwasser ist für uns längst kein Abfall mehr – es ist ein wertvoller Rohstoff“, sagt der Sprecher der Hamburg Wasser-Geschäftsführung, Michael Beckereit. „Bereits heute gewinnen wir mehr Energie aus dem Abwasser zurück, als wir für dessen Reinigung benötigen. Künftig wollen wir auch das Potenzial des Abwassers als urbane Rohstoffmine nutzen.“

Überschüssiges Biomethan

Bei der Reinigung des Abwassers entstehen auf dem Klärwerk Hamburg jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Klärschlamm. Diesen Schlamm lässt das Hamburger Unternehmen in zehn Behältern ausfaulen, wodurch Biomethan entsteht.


Den Großteil dieses Gases nutzt der Wasserversorger, um daraus Wärme und Strom für die eigenen Klärprozesse zu erzeugen. Durch technische Optimierung steigt die erzeugte Menge Biomethan aber kontinuierlich an – Gasüberschüsse sind die Folge.


Die 2011 in Betrieb genommene Anlage zur Gasaufbereitung, mit der das überschüssige Biomethan veredelt wird, damit es in das städtische Erdgasnetz eingespeist werden kann, stößt an ihre Grenzen.

Produktion steigt um 70 Prozent

Mit dem Bau einer weiteren Aufbereitungsanlage wollen die Hamburger bis 2019 Abhilfe schaffen. Im Ergebnis steigert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge seine Produktion städtischen Bio-Klärgases um 70 Prozent auf dann 41 Millionen Kilowattstunden.

Datum:
16.05.2017
Bilder:
Bild: Hamburg Wasser

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