22. OKTOBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Nordlink auf dem Meeresboden


Die Installation des Nordlink-Hochspannungskabels zwischen Norwegen und Deutschland hat begonnen. Die ersten Kilometer wurden bereits auf dem Meeresboden im Vollesfjord, in der südnorwegischen Region Vest-Agder verlegt.

Der Interkonnektor soll die Strommärkte Deutschlands und Norwegens erstmals direkt miteinander verbinden und dem Austausch norwegischer Wasserkraft und deutscher Windenergie dienen. Die Verbindung wird durch die Projektpartner Tennet, der Förderbank KfW und dem norwegischen Übertragungsnetzbetreiber Statnett realisiert.


Mit Nordlink entsteht eines der längsten Systeme zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) der Welt, so Tennet. Der gesamte Interkonnektor wird eine Länge von 623 Kilometern haben, davon 516 Kilometer Seekabel. Er hat eine Kapazität von 1.400 MW.

2020 als Ziel

„Die Arbeiten liegen voll im Plan“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. 2020 soll der Interkonnektor fertiggestellt sein.


„Auch auf deutscher Seite ziehen wir bereits die Leerrohre für das Kabel unter dem Landesschutzdeich bei Büsum ein.“ Der eigentliche Start der Seekabelverlegung in der deutschen Nordsee sei für Sommer 2018 geplant.

Von Norwegen bis Dänemark

Der erste Teil der Seekabelverlegung wird in diesem Sommer von Norwegen aus verlegt: 134 Kilometer ab Vollesfjord bis hin zum dänischen Hoheitsgewässerteil der Nordsee.


Das Seekabel wiegt bis zu 70 Kilogramm pro Meter und wird vom Kabelverlegegeschiff „Nexans Skagerrak“ verlegt. Diesem folgt das Offshore-Schiff „Polar King“, welches das Kabel im Meeresboden in einer Tiefe von bis zu zwei Metern mit einem speziellen Unterwasserschlitten eingräbt – je nach Beschaffenheit des Meeresbodens.


Das Kabel besteht aus zwei parallel verlegten Strängen - dem Plus- und dem Minuspol - und wurde von Nexans im norwegischen Halden hergestellt.

Von Dänemark und Deutschland

Ab 2018 sollen dann vom dänischen Nordseebereich aus weitere 228 Kilometer bis zur Grenze der deutschen Hoheitsgewässer verlegt werden.


Weitere 154 Kabelkilometer kommen ebenfalls ab 2018 von der Küste bei Büsum (Schleswig-Holstein) aus, im Wattenmeer beginnend, hinzu.

Konverterstationen im Bau

An das insgesamt 516 Kilometer lange Seekabel wird auf deutscher Seite ein 54 Kilometer langes Erdkabel von Büsum bis zur Konverterstation Wilster angefügt.


Erster Spatenstich in Wilster war bereits im September 2016, inzwischen sind dort bereits große Teile der Gebäude für Serviceanlagen und Konverter errichtet, so Tennet. Der Beginn der Erdkabelverlegung ist für 2018 geplant.


Auf norwegischer Seite wurde das Seekabel in die Kabelübergangsanlage  am Anlandungspunkt Vollesfjord eingeführt, wo es mit einer Gleichstrom-Freileitung verbunden wird, die zur norwegischen Konverterstation bei Tonstad führt. Dort sind die Gebäude inzwischen weitgehend errichtet und es wurden die ersten vier von sieben Großtransformatoren von ABB eingebaut.

Datum:
02.08.2017
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Tennet

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Neue EEG-Umlage steht fest

Neue EEG-Umlage steht fest

Die breite Öffentlichkeit interessiert es meist nicht, wenn die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber eine Mitteilung veröffentlichen. Es sei denn, es geht um die EEG-Umlage. Jetzt war es wieder soweit. Den Unternehmen zufolge sinkt der Betrag 2018 auf 6,792 Cent pro kWh. » weiterlesen
Studie: Netzausbau schafft Platz für Ökostrom

Studie: Netzausbau schafft Platz für Ökostrom

Wenn die aktuellen Planungen zum Ausbau der Stromnetze umgesetzt werden, ließen sich die Kosten für die Stromversorgung deutlich reduzieren. Das ergab eine Studie der RWTH Aachen. Vor allem die Kosten für Redispatch und das Drosseln von PV- und Windenergieanlagen können so gesenkt werden. » weiterlesen
Xavier und die Folgen

Xavier und die Folgen

Eigentlich sind Stürme in Mitteleuropa nach rund 24 Stunden vorbei. Für manche in Mecklenburg dauerte der Herbststurm Xavier von Donnerstag bis Sonntagmittag. Tagelang mussten sie auf Strom verzichten. Erst dann konnte die Schweriner Wemag Netz wieder alle Netzanschlüsse mit Strom versorgen. » weiterlesen
Entgelt-Leitfaden für Verteilnetze erschienen

Entgelt-Leitfaden für Verteilnetze erschienen

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft hat es begrüßt, dass die Bundesnetzagentur mit einem Leitfaden für die Verteilnetzbetreiber klare Vorgaben und Fristen für die Veröffentlichung der Netzentgelte setzt. „Abgeänderte Verteilnetzentgelte haben in der Vergangenheit immer wieder für Unsicherheit im Energiemarkt gesorgt“, so der Verband. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS