18. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Nordlink auf dem Meeresboden


Die Installation des Nordlink-Hochspannungskabels zwischen Norwegen und Deutschland hat begonnen. Die ersten Kilometer wurden bereits auf dem Meeresboden im Vollesfjord, in der südnorwegischen Region Vest-Agder verlegt.

Der Interkonnektor soll die Strommärkte Deutschlands und Norwegens erstmals direkt miteinander verbinden und dem Austausch norwegischer Wasserkraft und deutscher Windenergie dienen. Die Verbindung wird durch die Projektpartner Tennet, der Förderbank KfW und dem norwegischen Übertragungsnetzbetreiber Statnett realisiert.


Mit Nordlink entsteht eines der längsten Systeme zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) der Welt, so Tennet. Der gesamte Interkonnektor wird eine Länge von 623 Kilometern haben, davon 516 Kilometer Seekabel. Er hat eine Kapazität von 1.400 MW.

2020 als Ziel

„Die Arbeiten liegen voll im Plan“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. 2020 soll der Interkonnektor fertiggestellt sein.


„Auch auf deutscher Seite ziehen wir bereits die Leerrohre für das Kabel unter dem Landesschutzdeich bei Büsum ein.“ Der eigentliche Start der Seekabelverlegung in der deutschen Nordsee sei für Sommer 2018 geplant.

Von Norwegen bis Dänemark

Der erste Teil der Seekabelverlegung wird in diesem Sommer von Norwegen aus verlegt: 134 Kilometer ab Vollesfjord bis hin zum dänischen Hoheitsgewässerteil der Nordsee.


Das Seekabel wiegt bis zu 70 Kilogramm pro Meter und wird vom Kabelverlegegeschiff „Nexans Skagerrak“ verlegt. Diesem folgt das Offshore-Schiff „Polar King“, welches das Kabel im Meeresboden in einer Tiefe von bis zu zwei Metern mit einem speziellen Unterwasserschlitten eingräbt – je nach Beschaffenheit des Meeresbodens.


Das Kabel besteht aus zwei parallel verlegten Strängen - dem Plus- und dem Minuspol - und wurde von Nexans im norwegischen Halden hergestellt.

Von Dänemark und Deutschland

Ab 2018 sollen dann vom dänischen Nordseebereich aus weitere 228 Kilometer bis zur Grenze der deutschen Hoheitsgewässer verlegt werden.


Weitere 154 Kabelkilometer kommen ebenfalls ab 2018 von der Küste bei Büsum (Schleswig-Holstein) aus, im Wattenmeer beginnend, hinzu.

Konverterstationen im Bau

An das insgesamt 516 Kilometer lange Seekabel wird auf deutscher Seite ein 54 Kilometer langes Erdkabel von Büsum bis zur Konverterstation Wilster angefügt.


Erster Spatenstich in Wilster war bereits im September 2016, inzwischen sind dort bereits große Teile der Gebäude für Serviceanlagen und Konverter errichtet, so Tennet. Der Beginn der Erdkabelverlegung ist für 2018 geplant.


Auf norwegischer Seite wurde das Seekabel in die Kabelübergangsanlage  am Anlandungspunkt Vollesfjord eingeführt, wo es mit einer Gleichstrom-Freileitung verbunden wird, die zur norwegischen Konverterstation bei Tonstad führt. Dort sind die Gebäude inzwischen weitgehend errichtet und es wurden die ersten vier von sieben Großtransformatoren von ABB eingebaut.

Datum:
02.08.2017
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Tennet

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Wenn die Wärmepumpe das Netz stützt

Wenn die Wärmepumpe das Netz stützt

In der Solothurner Gemeinde Riedholz in der Schweiz hat Alpiq gemeinsam mit Partnern untersucht, wie sich der Energiefluss in einem Stromverteilnetz durch künstliche Intelligenz selbständig dezentral ausgleichen lässt. Das Projekt Sologrid ist nun abgeschlossen, die Ergebnisse liegen vor. » weiterlesen
Strompreiszone wird nicht geteilt

Strompreiszone wird nicht geteilt

Das Bundeskabinett hat den Entwurf zur Änderung der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) beschlossen. Die deutsche Stromgebotszone kann auch künftig nicht einseitig durch die Übertragungsnetzbetreiber geteilt werden. » weiterlesen
Rekord: 2016 Stromausfall selten wie nie

Rekord: 2016 Stromausfall selten wie nie

In diesem Herbst haben bereits drei Stürme für teils erhebliche Stromausfälle in Deutschland gesorgt. Voriges Jahr war dagegen ein sehr ruhiges Jahr. Das belegt die durchschnittliche Strom-Unterbrechungsdauer. 2016 fiel rechnerisch nur 11,5 Minuten pro Kunde der Strom aus. Das ist neuer Rekord. » weiterlesen
Grün und lokal - das Projekt Green Power Grid

Grün und lokal - das Projekt Green Power Grid

Wie können erneuerbare Energien auch ohne EEG-Einspeisevergütung rentabel genutzt werden? Dieser Frage geht das Projekt Green Power Grid nach. Es verfolgt die Idee einer lokalen Energie-Community, deren Stromversorgung auf Sonnenenergie basiert. Projektpartner sind die Stadtwerke Speyer, der Verein Storegio und das Fraunhofer ITWM. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS