18. NOVEMBER 2017

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Appell für mehr Klimaschutz


Seit Beginn des Bonner Klimagipfels haben zahlreiche Interessengruppen Forderungen an Regierungen in aller Welt gerichtet, die Zeichen der Zeit zu erkennen und Worten Taten folgen zu lassen. Rund 50 deutsche Unternehmen riefen dazu auf, Klimaschutz zur zentralen Aufgabe der nächsten Bundesregierung zu machen.

„Während die Sondierungsgespräche in Berlin an den Themen Klima und Energiewende scheitern könnten, zeigen die Unternehmen, wie Klimaschutz und Energiewende zu einem Modernisierungsprojekt für Deutschland werden können“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von über 50 großen und mittelständischen Unternehmen sowie Verbänden und Umweltinitiativen.

 

Zeichner der Erklärung sind unter anderem Aldi Süd, Deutsche Börse, Deutsche Telekom, Hochtief, Nestlé, SAP, Siemens, EnBW und E.on. Koordinatoren der Erklärung sind die Stiftung 2°, Baum sowie Germanwatch.

 

Maßnahmenpakete gefordert

 

In der am Dienstag veröffentlichten Erklärung drängen die Unternehmen auf konkrete Maßnahmenpakete für die Umsetzung des Klimaschutzplans samt seiner Sektorziele.

 

"Dazu gehören ein Anheben der Ausschreibungsmengen für Ökostrom, Anreize für eine entschieden beschleunigte Gebäudesanierung und Vorfahrt für Stromnetze und Speicher", heißt es.

 

Die Unternehmen halten für die neue Legislaturperiode einen verlässlichen und sozialverträglichen Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung für unverzichtbar und fordern einen investitionsrelevanten CO2-Preis.

 

Die neue Regierung solle zudem die Modernisierung von Steuern und Abgaben sowie die Beendigung fossiler Subventionen bis 2025 prüfen.

 

Verkehrswende

 

Deutschland und die EU bräuchten jetzt einen konsequenten Einstieg in die Verkehrswende auf Schiene und Straße. Von der neuen Bundesregierung erwarten die Unternehmen entschiedene und effiziente Maßnahmen zum Erreichen des 40%-Klimaziels für 2020. Das Klimaziel für 2050 solle auf bis zu 95% Emissionssenkung angehoben werden.

 

"Eine  Vorreiterrolle beim Klimaschutz ist eine große Chance für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft", heißt es in der Erklärung. "Die kommende Regierungskoalition sollte darum die Geschwindigkeit der Transformation hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft erhöhen und hierzu die enge Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnern suchen."

 

Bundesregierung muss Tempo erhöhen

 

Mit klugen staatlichen Rahmensetzungen könne auch die im internationalen Wettbewerb stehende energieintensive Industrie ihre Transformation vorantreiben und dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

 

"Klar ist, dass der Kohleausstieg in den Koalitionsverhandlungen auf den Tisch muss und zwar ohne Scheuklappen“, so Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung 2°.

 

Die Unternehmen brauchen nach Nallingers Worten Planungs- und Investitionssicherheit, um ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten zu können.

 

„Jamaika sollte den Klimaschutz zu dem Modernisierungsprojekt unserer Zeit machen, um die deutsche Wirtschaft wettbewerbs- und zukunftsfähig aufzustellen."


Die Erklärung in Deutsch: https://www.stiftung2grad.de/wp-content/uploads/2017/11/171107_GW_PM_DE_6.pdf

Datum:
08.11.2017
Bilder:
Bild: chaiyapruek/fotolia.de

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