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Momentan arbeitslos


"Dat löppt nun ok ohn mi"- auf Hochdeutsch "Das läuft nun auch ohne mich" - steht auf einem Trafo im Umspannwerk Manslagt in der ostfriesischen Krummhörn. Dadurch, dass der Netzbetreiber Einspeisespitzen von Windenergie im Sinteg-Schaufensterprojekt Enera kappt, schafft er mehr Platz für Erneuerbare im Netz - ohne zusätzliche Stromleitungen und Trafos.

Stromnetze mussten bislang für die höchstmögliche Erzeugungsspitze ausgelegt werden. Insbesondere für die Integration der wetterabhängigen Erzeugung aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen musste das Stromnetz nur für wenige Extremsituationen – wie etwa einen Orkan – ausgebaut werden.

Anstatt zusätzliche Stromleitungen oder Transformatoren in der Krummhörn für diese Extremsituationen zu errichten, drosselt nun die Stromnetzleitstelle in diesen Situationen die Erzeugungsleistung, so dass die vorhandenen Betriebsmittel nicht überlastet werden. Bei Enera wird dies schrittweise durch eine automatisierte Regelung umgesetzt. Dabei gilt der Grundsatz: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Platz für weitere 20 MW
Jan Adrian Schönrock, Projektleiter Enera@Netz: „Mit der Spitzenkappung können wir selten auftretende Spitzen im Netz vermeiden. Bislang war unsere einzige Antwort darauf teurer Kabelnetzausbau, da Stromnetze bis dato immer auf die Maximallast ausgelegt sein mussten. Ab sofort können in der Krummhörn weitere rund 20 Megawatt ressourcenschonend und schnell ins Netz integriert werden.“

Das im Juni 2016 vom Bundestag verabschiedete Strommarktgesetz erlaubt Betreibern bei drohender Überlastung ihrer Netze jährlich bis zu drei Prozent der Stromerzeugung aus Sonne und Wind zu reduzieren, teilt EWE weiter mit. Der Effekt: Bei Kappung von Einspeisespitzen könnten so rund 50 Prozent mehr erneuerbare Energien – ohne Netzausbau – ans Netz angeschlossen werden.

Anlagenbetreiber haben im Fall der Spitzenkappung Anspruch auf eine Entschädigung für ihren Erlösausfall. Betreiber von Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von mindestens 100 Kilowatt können bei EWE Netz seit kurzem vom automatisierten Gutschriftenverfahren profitieren. Damit müssen Besitzer einer Windkraft-, Photovoltaik- oder Biogasanlage etwaige Entschädigungszahlungen für Ihre entgangenen Erlöse nicht mehr selbst aktiv einfordern.


 

Datum:
13.02.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Erich Westendarp/pixelio.de
Bild: EWE

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