22. OKTOBER 2017

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Gasreserven für einen Winter


Ein Stopp russischer Erdgaslieferungen nach Westeuropa ab November würde nach spätestens sechs Monaten zu erheblichen Versorgungsstörungen in Deutschland führen. Das ergibt sich aus einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) in Köln.

Um den Ausfall russischer Lieferungen innerhalb dieses Zeitraums kompensieren zu können, müsste in Europa erheblich mehr Flüssiggas als 2013 importiert werden.

„Trotz seiner großen Gasspeicherkapazitäten und seiner geographischen Nähe zu den großen Gasproduzenten Niederlande und Norwegen wäre Deutschland von einem lang andauernden Gaslieferembargo durch Russland im Zuge der Ukrainekrise stark betroffen“, so Studienleiter Harald Hecking.

Italien könnte den sechsmonatigen Ausfall russischen Gases unter anderem aufgrund seiner Pipelineanbindung an algerische und libysche Gasfelder besser kompensieren, so das EWI in einer Mitteilung.

In der Studie werden die Auswirkungen von Embargos verschiedener Dauer berechnet. Bei einem Lieferstopp von sechs Monaten würden in Deutschland rund drei Milliarden Kubikmeter an Gas fehlen, bei einem Embargo, das länger als neun Monate dauert, wären es schon zwölf Milliarden Kubikmeter.

Die Autoren der Studie führen die Folgen eines längeren Embargos für Deutschland vor allem auf drei Gründe zurück: Deutschland sei der größte Importeur von russischem Gas in Europa. Zum zweiten hätten die Niederlande und Norwegen einen wesentlichen Teil ihrer Gasproduktion über langfristige Verträge an Länder wie Frankreich und Italien verkauft – sie hätten nur begrenzte Kapazitäten für zusätzliche Lieferungen nach Deutschland frei.

Drittens verfüge Deutschland zwar über große Kapazitäten an Gasspeichern, je länger das Embargo aber anhalte, umso weniger nützten die Speicher.

Entscheidend für die Versorgungssituation ist die Menge an LNG, die auf dem Weltmarkt bezogen werden kann: Um die Gasversorgung in Deutschland während eines Embargos von fünf Monaten Dauer zu sichern, müsste Europa laut der Studie seine Flüssiggasimporte gegenüber 2013 nahezu verdoppeln und zusätzliche 45 Milliarden Kubikmeter beschaffen.

Studie zum Download unter

ewi.uni-koeln.de

Datum:
08.09.2014
Bilder:

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