17. JANUAR 2018

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Wofür das Netz gut ist


Wenn wir beim Klimaschutz technologieoffen an die Sache herangehen und dabei die Gas- und Wärmeinfrastruktur nutzen, können wir bis 2050 rund 140 Milliarden Euro einsparen - verglichen mit einem Weg, bei dem wir nur auf Elektrifizierung setzen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Ewi Energy Research & Scenarios.

Die Studie „Energiemarkt 2030 und 2050 – Der Beitrag von Gas- und Wärmeinfrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung“ haben die Berater im Auftrag von Gelsenwasser, Open Grid Europe und Rheinenergie erstellt. Sie soll aufzeigen, welchen Beitrag bestehende Gas- und Wärmenetze zu einer effizienten Treibhausgasminderung leisten können.

Zwei Szenarien

Dazu untersuchten die Experten zwei mögliche Szenarien für eine Treibhausgasminderung entsprechend der deutschen Klimaziele bis 2030 und 2050. Im ersten Szenario unterstellen sie eine ordnungsrechtlich forcierte Elektrifizierung der Endenergieverbrauchssektoren, in dem Gas- und Wärmenetze zunehmend an Bedeutung verlieren.


Im zweiten Szenario gibt es hingegen keine ordnungsrechtlichen Vorgaben hinsichtlich bestimmter Technologien, bestehende Gas- und Wärmenetze werden weiter genutzt.


In beiden Szenarien lassen sich die Klimaziele erreichen, so eines der zentralen Ergebnisse der Studie, teilen die Unternehmen mit. Doch das zweite Szenario spart bis 2050 Kosten in Höhe von rund 140 Milliarden Euro ein.

Lock-In-Effekte vermeiden

„Ein technologieoffener Ansatz erreicht die Treibhausgasminderungsziele zu deutlich geringeren Kosten als eine weitgehende Elektrifizierung des Endenergieverbrauchs“, so der Geschäftsführer von Ewi Energy Research & Scenarios (Ewi ER&S), Dr. Harald Hecking.


„Da wir nicht wissen, wie sich Märkte und Technologien in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werden, bietet dieser Weg auch mehr Flexibilität und Chancen für eine unsichere Zukunft.“


„Wir vermeiden damit bis 2030 jegliche Lock-In-Effekte, die uns zugunsten einer bestimmten Technik früh festlegen würden“, sagte Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der Rheinenergie.


„Im Gegenteil: Wir behalten weitgehende Gestaltungsspielräume und können so auch weitere technologische Fortschritte berücksichtigen und gegebenenfalls integrieren. Wir brauchen auf dem Weg in die Zukunft größtmögliche Flexibilität; wie das geht, zeigt die Studie deutlich.“


„Die Ergebnisse zeigen, dass es mit der vorhandenen Infrastruktur kurzfristig möglich ist, sehr viel CO2 zu vermeiden. Wir sollten nicht mehr theoretische Pläne diskutieren, sondern konkret damit anfangen“, so Henning Deters, Vorstandsvorsitzender von Gelsenwasser.  „Indem wir technologieoffen agieren, schaffen wir uns dabei Handlungsfreiheit in Deutschland und in Europa. Es wird deutlich, dass die Verteilnetze für Gas und Strom dabei Dreh- und Angelpunkt sind.“


Die Studie ist hier auf den Seiten des  Ewi ER&S abrufbar.

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