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2014 kommt SEPA – haben die EVU noch reichlich Zeit?

2014 kommt SEPA – haben die EVU noch reichlich Zeit? - Reichlich Zeit ist an dieser Stelle ein sehr relativer Begriff. Wer das kommende Single-European-Payment-Area-Verfahren (SEPA) nicht beherrscht, geht erhebliche Risiken ein. Liquiditäts- und Rentabilitätsverluste durch verzögerte Zahlungseingänge drohen infolge Lastschriftrückgaben bei Form- oder Verarbeitungsfehlern.

12. November 2012

Daher sollten EVU schon jetzt – rund 300 Arbeitstage vor der Umstellung – mit Umstellungsprojekten beginnen – und das mit einer systematischen Vorgehensweise, wie sie beispielsweise der von Plaut entwickelte SEPA-Projektguide unterstützt.

Das neue Verfahren ist im elektronischen Zahlungsverkehr ab Februar 2014 für alle Euro-Länder durch EU-Verordnung verpflichtend. Nationale elektronische Zahlverfahren dürfen dann nicht mehr verwendet werden – mit einigen Ausnahmen für eine Übergangszeit bis 2016.

Der SEPA-Zahlungsverkehr basiert zwar auf der Kontokennung IBAN, dennoch erlauben die von den Geldinstituten aktuell zur Verfügung gestellten Konvertierungsverfahren keine 100%-Quote bei der Kennungsumstellung, Tests haben Fehlerquoten von bis zu 2 % ergeben – trotz Datenbereinigung vorhandener Kontodaten. Im schlimmsten Fall müssen daher Tausende EVU-Kunden zur Prüfung ihrer Kontodaten angesprochen werden.

Weitere Fragen stellen sich in jedem EVU vertrieblich, finanziell, juristisch und IT-technisch: Wie wird das SEPA-Mandat künftig zugeordnet? Wie sind die Auswirkungen auf die Liquidität und Kosten? Entstehen durch SEPA-Regeln vertragliche Risiken? Wie erfolgen Informationen der Kunden? Ist die eigene Software SEPA-fähig?

Vorrangig geht es darum, dem EVU hohe Lastschriftquoten weiterhin zu sichern und die Kunden nicht zu verunsichern. Scheitert die Einführung der SEPA-Lastschrift, muss auf das ineffizientere Rechnungsverfahren mit Nachteilen für die Liquidität und Rentabilität sowie höherem Bearbeitungsaufwand umgestellt werden. Vermehrte Mahnverfahren sind ebenso zu befürchten wie Imageschäden für das EVU.

Der jährliche Rechnungsversand bietet die kostengünstigste Gelegenheit, die Kunden über das SEPA-Mandat zu informieren. Voraussetzung dafür ist eine frühzeitig bereits in 2013 funktionierende SEPA-Mandatsverwaltung, ergänzt um Schulungen der Kundenbetreuung inklusive der Callcenter.

Erschienen in Ausgabe: 09/2012