Auf der Hannover Messe zeigt Harting unter anderem Infrastrukturlösungen für IIoT-Netzwerke. Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?

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Steckverbinder, Antriebe, Lager und viele weitere Komponenten werden heute »smart« und geben ihre Daten beispielsweise an einen Edge Computer, wie die Harting Mica ab, die daraus eine »Predictive-Maintenance«-Vorhersage ermittelt. Ändern sich Stromverbrauch, Vibration oder andere Parameter können Algorithmen Verschleiß ermitteln, der vorzeitig und kostensparend behoben werden kann. Dafür müssen jedoch deutlich mehr Sensoren und feiner verzweigte Datennetze bis in die letzten Winkel der Feldebene vordringen. Um dies nun auch echtzeitfähig und auf Grundlage einer durchgehenden Sprache, in Form von Ethernet, zu tun, braucht es einen neuen Physical Layer. Und dieser heißt Single Pair Ethernet (SPE). Harting hat mit der T1-Industrial-Schnittstelle nach IEC 63171–6 den internationalen Standard für SPE-Schnittstellen in zukünftigen IIoT-Netzwerken gesetzt. Ein Standard, der in allen relevanten Normen für Verkabelung und Übertragungsprotokolle referenziert ist und vom SPE Industrial Partner Network als übergreifendes Commitment geführt wird. T1 Industrial und Single Pair Ethernet sind die Infrastruktur für das IIoT.

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Experten rechnen damit, dass Gleichstromnetze künftig verstärkt für die Energieübertragung in Industriebetrieben aufgebaut werden. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein?

Wir bei Harting gehen ebenfalls von einer solchen Entwicklung aus. Mit den stark wachsenden dezentralen Energieerzeugern, die oft den Gleichstrom produzieren oder ihn in der Umwandlung nutzen, entstehen Gleichstromnetze auch verstärkt in den Industriebetrieben. Vor allem in den Bereichen Halbleiterfertigung, Flat-Panel-Display-Fertigung, der Chemiefabrik oder im Data Center können Gleichstromnetze fast verlustfrei mit HVDC-Batterien verbunden werden, um unterbrechungsfrei Strom zu liefern. Auf der Lastenseite werden immer mehr Gleichstromverbraucher wie Steuerung, Sensoren oder Server angeschlossen. Auch für den Schwerlastantrieb ist eine Gleichstromumwandlung durch die Leistungselektronik, wie IGBTs, wirkungsvoller und einfacher als eine Wechselstromumwandlung. Harting bietet hier unter anderem passende Lösungen zum sicheren und unkomplizierten Einpressen der IGBT-Module auf den Leiterplatten sowie zur robusten steckbaren LWL-Verbindung zur galvanisch getrennten Ansteuerung von IGBTs.

Wie steht Harting zum Thema Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion?

Umweltschutz ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. So haben wir uns bereits vor fast 25 Jahren, im Jahre 1996, das erste Mal nach den Anforderungen von EMAS registrieren lassen. Damit verpflichten wir uns, unsere Umweltleistungen kontinuierlich zu verbessern und tragen so zum Klimaschutz bei. Ein gutes Beispiel ist unser Logistikzentrum, das European Distribution Center (EDC). Bei der Planung und Umsetzung war der Umweltschutz ein zentrales Thema. Es ist ein energiesparendes Gebäude (KfW 55) entstanden, bei dem die energetische Versorgung im Vordergrund steht. Dafür wurden eine Photovoltaik- sowie Geothermieanlage installiert. Zudem setzen wir beim zusätzlichen Energiebedarf auf 100 Prozent CO2-neutralen Strom aus Wasserkraft und umweltfreundlichem Biomethan. Beides beziehen wir regional.