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3 Fragen an Maik Schlapmann

12. November 2018
Maik Schlapmann, Geschäftsführer/CEO Rosch Industrieservice (Bild: Jan Northoff)

Herr Schlapmann, Mitte September gab Rosch die Partnerschaft mit dem Unternehmensverbund Robur bekannt. Damit macht Rosch einen Schritt in Richtung Internationalisierung. Was heißt das für Ihre deutschen Kunden?

Maik Schlapmann: Sie können davon profitieren. Wir wollen mit der Robur-Partnerschaft noch schneller wachsen. Unsere bisherigen Segmente werden wir ausbauen und verstärken. Die Gruppe erlaubt es uns, weit über die bisherigen Möglichkeiten hinaus aus dem Vollen zu schöpfen. Das heißt, wir profitieren in diesem Partnerschaftsverbund als Einzelunternehmen voneinander. Sei es in ressourcentechnischer Hinsicht, sei es bei Equipment und Investitionen. So können wir die Bereiche, die wir vorantreiben wollen, auch in den Fokus bringen. Den heimischen Markt werden wir nie aus dem Fokus verlieren. Wir verstärken ihn. Zugleich haben wir durch die Internationalisierung Möglichkeiten, neue Märkte zu erschließen, beispielsweise in Nordamerika. Der Markt verlangt solche Player. International wächst der Bereich Service und Maintenance.

Immer mehr Serviceanbieter setzen auf moderne Technologie bei der Wartung von Bestandsanlagen, um dem Kostendruck des Marktes zu begegnen. Etwa indem sie mit Drohnen Rotorblätter kontrollieren. Wohin geht die Entwicklung?

Schlapmann: In den unterschiedlichsten Bereichen müssen neue Wege beschritten werden. Ein Thema ist Industrie 4.0. Wir bereiten uns seit Jahren intern darauf vor. Es ist unabdingbar, dass das künftig auf allen Ebenen praktiziert wird. Angefangen bei der Kommunikation, wo wir heute meist ohne Medienbruch digital arbeiten können. Letztlich gilt es, unsere Arbeiten zu digitalisieren.

Das geht runter bis zum handwerklichen Bereich. Aufgrund einer Datenstruktur können wir bestimmte Arbeiten vermeiden oder ausschließen. Das heißt, wir können das Zeitfenster des Wartungseinsatzes reduzieren oder konkretisieren. Letzteres wäre noch besser.

Angenommen, ein Betreiber geht ins Risiko und fährt Anlagen bewusst auf Verschleiß. Was sagen Sie ihm?

Schlapmann: Solche Einstellungen gibt es ja in der gesamten Industrie. Raffinerien machen beispielsweise einen Shutdown weniger, um Kosten zu sparen. Jede Maschine muss irgendwann eine Wartung erfahren. Es gibt keine wartungsfreie Maschinentechnologie. Davon sind wir weit entfernt. Gute Windparks haben einen Return on Invest von zehn bis fünfzehn Jahren. Dieses Investment muss gerechtfertigt sein und geschützt werden. Das bekommt man nur über Serviceleistungen. hd

Erschienen in Ausgabe: Nr. 09/2018