50 Hertz forscht an neuem Mastdesign

Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz forscht im Rahmen des Projekts ›Compact Line‹ nach einer neuen technischen Lösung, die es erlauben soll, den Natur- und Landschaftsverbrauch durch Freileitungen zu reduzieren. Das Projekt soll bis 2018 laufen.

21. April 2015

Die Compact Line zeichne sich im Vergleich zu den herkömmlichen Stahlgittermasten durch geringere Masthöhen, eine geringere Trassenbreite und einen kleineren Mastumfang aus, teilt der Übertragungsnetzbetreiber mit. Während die Stahlgittermasten bisher eine Höhe von 50 bis 60 m aufweisen, sollen die Masten der Compact Line lediglich 32 bis 36 m hoch sein. Die Trassenbreite soll sich dabei von den bisher üblichen 72 m auf 55 bis 60 m reduzieren. Nach Abschluss aller Tests soll eine 2 km lange Pilotstrecke die Praxistauglichkeit der Leitung unter Beweis stellen. Nach derzeitigem Forschungsstand könnte ein solcher Pilot, im Falle des erfolgreichen Abschlusses der noch anstehenden Tests, ab 2017 seinen Betrieb aufnehmen, so 50 Hertz.

»Ziel des Projekts ist es, mittel- und langfristig mehrere innovative Masttypen zu entwickeln, um für die unterschiedlichen Anforderungen, die etwa Landschaftsbild oder Sozialräume bei Leitungsbauvorhaben an uns stellen, differenzierte Lösungen anbieten zu können«, erklärt Dr. Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer von 50 Hertz. Inwieweit die Comact Line zu einem gesteigerten Verständnis für den Netzausbau beitragen kann, werde derzeit parallel zu den technischen, elektrischen und wirtschaftlichen Prüfungen untersucht. Dazu führe das Institut City Analytics eine Akzeptanzstudie durch, mit deren Hilfe empirisch ermittelt werden soll, ob sich neue Masttypen positiv auf den Grad der Akzeptanz von Leitungsbaumaßnahmen auswirken.

Das Projekt führt 50 Hertz gemeinsam mit der RWTH Aachen, dem Energiedienstleistungsunternehmen SAG, Ribe Elektroarmaturen und der Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH). Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zudem wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.