|
GM
stellt Prototyp eines Brennstoffzellen-Kleinkraftwerks vor
Automobilhersteller
greift ins Marktgeschehen ein
Beim
Thema Brennstoffzellen-Heizgeräte kleiner Leistung (1 bis 10
kWel), die im Ein- und Mehrfamilienhaus den klassischen
Heizkessel ersetzen sollen, fallen einem hierzulande in der
Regel Namen wie Vaillant, Sulzer Hexis oder HGC ein. Neu ins
Spiel gebracht haben sich in diesem Jahr auch Buderus oder RWE
Plus. Daneben beschäftigt sich auch die klassische
Kraftwerksindustrie mehr oder minder intensiv mit solchen
Anlagen. Eine neue Bedeutung könnte dieses zukunftsträchtige
Marktsegment bekommen, wenn auch Automobilhersteller aktiv ins
Geschehen eingreifen.
Den
Anfang machte jetzt General Motors (GM). In Traverse City bei
Detroit/USA stellte kürzlich Larry Burns, Vice President von
GM, den Prototyp eines Brennstoffzellen-Kleinkraftwerks vor. Die
Entwickler des Internationalen Zentrums für alternative
Antriebe GAPC (Global Alternative Propulsion Center) haben die
Standfestigkeit der Anlage bereits in einem sechsmonatigen
Testlauf unter Beweis gestellt, unterstrich Burns.
Die
kompakte PEM-Brennstoffzelle (mit 5,3 kWel) profitiert von den
Erfahrungen aus dem Kfz-Bereich. Als Reformer kommt der für den
mobilen Einsatz in Kooperation mit Exxon Mobil entwickelte Gen
III zum Einsatz. Dieser gewinnt den notwendigen Wasserstoff
nicht nur aus Benzin, sondern auch aus Erdgas. Der Vorteil: Wie
in Deutschland existiert auch in den USA bereits ein Verteilnetz
für Erdgas - für Nutzer ergäbe sich somit keine große
Umstellung.
Alle
Möglichkeiten für weitere Anwendungen über den
Fahrzeugbereich hinaus helfen, die Akzeptanz für die
Brennstoffzelle zu fördern, erläutert Dr. Erhard Schubert,
Direktor des von Opel und GM gemeinsam betriebenen GAPC mit
Standorten im deutschen Mainz-Kastel sowie in Warren
(Michigan/USA) und Rochester (New York/USA). GM prüfe daher
alle Themen, von der stationären Energieversorgung von
Haushalten oder Krankenhäusern über Notstromaggregate bis hin
zur mobilen Stromversorgung von Laptops. Larry Burns hält es für
möglich, dass stationäre Anlagen noch vor den ersten
Brennstoffzellen-Automobilen auf dem Markt sein könnten.
Im
Gegensatz zu anderen Automobilherstellern wie DaimlerChrysler
und Ford, die ihre Brennstoffzellen von Ballard
(Vancouver/Kanada) beziehen, beschäftigt sich GM selbst mit der
Entwicklung. Wie weit die Brennstoffzellentechnologie von
GAPC-Spezialisten seit den ersten Anfängen vor rund 30 Jahren
auf dem Weg zur Serienreife schon entwickelt wurde, offenbart
ein Blick unter die Fronthaube des neuesten
Brennstoffzellen-Zafira. Der aktuelle Stack besteht aus einem
Block von 200 in Reihe geschalteten Einzelbrennstoffzellen. Spürbar
kleiner geworden, konnte die Leistungsdichte des unter einem
Druck von 1,5 bis 2,7 bar arbeitenden Brennstoffzellenblocks auf
1,60 kW/l gesteigert werden. Ihren Zielwert von 2,0 kW/l wollen
die GAPC-Entwickler bereits nächstes Jahr erreichen, ist sich
Direktor Schubert sicher.
Derzeit
prüft GM strategische Allianzen für eine schnellstmögliche
Vermarktung des Kleinkraftwerks. Auch Europa könnte dabei in
Angriff genommen werden. Im Oktober wurden schon Forschungsbündnisse
mit Hydrogenics (Toronto/Kanada) und Giner (Newton,
Massachusetts/USA) geschlossen. Die Kooperation mit Hydrogenics
betrifft neben der Entwicklung auch die Vermarktung von
Brennstoffzellensystemen. Der Fokus der Zusammenarbeit mit Giner
liegt auf Betankungssystemen für Wasserstoff und eben den
stationären Brennstoffzellenanwendungen zur Energiegewinnung.
(rd)
Bild:
Opel
ZURÜCK
|