|
Sulzer Hexis
startet Vorserienproduktion
Brennstoffzellen-Heizgerät
wird Realität
Mit
deutlichem Vorsprung vor den Wettbewerbern startet Sulzer Hexis
derzeit die Vorserienproduktion von Brennstoffzellen-Heizgeräten.
Seit Oktober 2001 verlassen die ersten Anlagen vom Typ „HXS
1000 Premiere“ die Fertigungshalle im Schweizerischen
Winterthur. Bis Ende 2003 sollen insgesamt 600 Systeme im Markt
installiert werden.
"Das System
ist voll einsatzfähig“, freut sich Dr. Harald Raak. Stolz präsentiert
der Leiter Marketing und Vertrieb von Sulzer Hexis in der
Unternehmenszentrale in Winterthur/Schweiz die ersten Geräte
vom Typ „HXS 1000 Premiere“. Seit Ende der Achtziger Jahre
beschäftigt sich der Sulzer-Konzern mit dem Thema
Brennstoffzelle. Bereits 1994 begannen die ersten Feldversuche.
Seit 1997 - als die Aktivitäten in der neu gegründeten Sulzer
Hexis AG konzentriert wurden - sind sechs Pilotanlagen der
zweiten Generation im Test. Partner sind neben dem
Energieversorger EWE in Oldenburg, der Thyssengas in Duisburg,
Gas de Euskadi in Bilbao/Spanien, Gasunie in
Groningen/Niederlande oder der japanischen Tokyo Gas auch das
Amt für Umwelt und Energie in Basel.
Dieser
internationale Feldtest läuft noch planmäßig bis Ende dieses
Jahres. „Aufsummiert haben diese Anlagen bereits netto über
80.000 Betriebsstunden erzielt“, berichtet Raak. Jetzt schließt
sich die Markteinführungsphase an. Dazu wurde in Winterthur
eine Vorserienfertigung aufgebaut. „Bis Ende 2003 wollen wir
insgesamt 600 Systeme im Markt installieren.“ Die neuen Geräte
verfügen über eine CE-Zertifizierung, bei deren Vorbereitung
die Essener Ruhrgas maßgebliche Unterstützung leistete.
Die Feldtests
hätten gezeigt, dass die meisten Probleme in der
Anlagenperipherie steckten, so Raak. So hätten zum Beispiel
Inverter und Lüfter Probleme bereitet, oder die Elektronik
bekam bei einer bestimmten Temperatur Schwierigkeiten. Doch
mittlerweile würden die Anlagenkomponenten nahezu störungsfrei
funktionieren. Auch das An- und Abfahren des Systems erfolge
problemloser. „Die Brennstoffzellen arbeiten jetzt
Redox-stabil, das heißt, sie vertragen Sauerstoff beim
Hochheizen und Abkühlen der Anlage. Handlungsbedarf ist
sicherlich noch bei der Haltbarkeit der Brennstoffzelle an sich.
Die Zielgröße von 40.000 Betriebsstunden bis zum Wechsel eines
Stacks konnte noch nicht erreicht werden.“
Raak beschwört
die Vorteile der SOFC-Zellen. Die von Wettbewerbern eingesetzten
PEM-Anlagen würden eine sehr viel aufwendigere Gasaufbereitung
zum Erzeugen hochreinen Wasserstoffs benötigen. Eine größere
Anzahl Bauteile bedeute aber auch mehr Störquellen und höhere
Kosten. Das bei hoher Temperatur arbeitende SOFC-System
reformiere den Brennstoff auf der Zelle, benötige daher keinen
separaten Reformer.
Die
Hochtemperaturtechnik eignet sich neben dem zunächst geplanten
Einsatz von Erdgas grundsätzlich auch für andere Brennstoffe
wie Flüssiggas, Biogas, Heizöl oder Wasserstoff. „Wir werden
diese Entwicklungen vorantreiben, allein schon um uns einen größeren
Markt zu erschließen, denn dann ist der Einsatz nicht vom
Erdgasnetz abhängig“, so Raak
Da sich die
SOFC-Technologie grundsätzlich nicht für einen getakteten
Betrieb eignet wurde das System so ausgelegt, dass die Zelle von
ihrem Spitzenwert 1 kWel bis auf 50 Wel modulierend herunter
gefahren werden kann, erklärt Raak. „Im idealen
Anwendungsfall kann unsere Anlage so das ganze Jahr über im
Dauerbetrieb gefahren werden.“ Die Anlage wird in der Regel wärmegeführt
gesteuert. Ein Energiemanager registriert, zu welchen Zeiten
Strom- oder Wärmebedarf bestehen. In der Zwischenzeit wird die
Anlage optimiert gefahren. „So vermeiden wir, dass die Wärmespeicher
an ihre Kapazitätsgrenze gelangen und die Anlage abgestellt
werden muss.“
Für die
Markteinführungsphase fungieren Energieversorger als
Vertriebspartner. Endkunden können jetzt noch kein Gerät käuflich
erwerben. Die Versorger bleiben gleichzeitig Eigentümer und
Betreiber der Anlage. Als Partner für die Vorserie stehen
bereits EWE in Oldenburg, EnBW in Karlsruhe und EWR in Worms
fest. „Wir stehen mit fast jedem größeren
Energieversorgungsunternehmen in Deutschland, Österreich und
der Schweiz in Kontakt.“
Bis 2006 will
Sulzer Hexis den break-even erreicht haben, 2010 soll die
Umsatzschwelle von 1 Mrd. CHF erreicht sein. Der Preis für ein
komplettes System zur Strom- und Wärmeerzeugung soll bis 2006
auf 7.500 CHF sinken - nur etwa 2.500 CHF mehr, als für ein
reines Heizsystem zu bezahlen wären, erläutert Raak. „Dieser
Schätzung liegt eine Stückzahl von 10.000 Einheiten pro Jahr
zugrunde. Der Preis könnte in den Folgejahren bei dann weiter
steigenden Produktionszahlen noch weiter sinken.“ Zum Ende des
Jahrzehnts soll der Absatz bei 260.000 Geräten pro Jahr liegen.
Davon entfallen rund 120.000 Systeme auf Europa und 140.000 auf
den USA. Zudem hoffen die Schweizer, weitere Geräte im
asiatischen Raum zu vermarkten.
(rd)
ZURÜCK
|