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EnBW
startet Feldversuch mit 55 Sulzer-Hexis-Brennstoffzellen
Hungrig
nach Erfahrungen
Mit
Hilfe der Brennstoffzellen-Technik möchte die EnBW Energie
Baden-Württemberg AG, Karlsruhe, neue energienahe
Dienstleistungen entwickeln. Ein wesentlicher Schritt ist der
Feldversuch mit 55 Zellen von Sulzer Hexis, wie Dr. Wolfram Münch,
Leiter Forschung, Entwicklung und Demonstration erläutert.
BZM: Gemeinsam mit der Schweizer Sulzer Hexis möchten Sie die
Vertriebsaktivitäten für Brennstoffzellen intensivieren. Was
gab den Ausschlag für die Partnerschaft?
Münch: Nach unserer Auffassung ist die Schweizer Sulzer Hexis auf
dem Gebiet der Brennstoffzellen für die Hausenergieversorgung
der derzeit führende Hersteller. EnBW hat im März 2001 mit
Sulzer Hexis eine Vertriebsvereinbarung unterzeichnet, gemäß
der wir in den kommenden Jahren 55 Brennstoffzellen-Heizgeräte
unter anderem bei ausgewählten Kunden einsetzen und betreiben
werden. Bei einem erfolgreichen Betrieb dieser Anlagen ist
geplant, die Anzahl auf über 200 Geräte zu erhöhen.
In
der Anfangsphase dieses Projektes bis Ende 2003 wird EnBW die
Brennstoffzellen-Heizgeräte bei privaten, gewerblichen sowie
kommunalen Kunden, jedoch ausschließlich im Raum Baden-Württemberg
einsetzen, um die Besonderheiten bei der Installation und beim
Betrieb dieser neuen Technologie genau kennenzulernen und
Erfahrungen direkt vor Ort zu sammeln. Darüber hinaus ist für
die optimale Betreuung der Anlagen eine gewisse Kundennähe
unerlässlich. Der Kunde erhält somit eine komplettes
Dienstleistungspaket inklusive Service und Wartung aus einer
Hand.
BZM: Wo sehen Sie die Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Multi
Utilities, die in Sachen BZ aktiv sind?
Münch: EnBW wird mit dem geplanten Vorhaben neue Wege der
Kundenbindung einschlagen. Es ist geplant, die Anlagen nicht zu
verkaufen, sondern den Kunden im Rahmen eines
Contracting-Vertrages zur Verfügung zu stellen. Demnach bleibt
EnBW Eigentümer und Betreiber der Anlagen und liefert den
Kunden die erzeugte Wärme zu subventionierten Wärmepreisen,
die vergleichbar sind mit denen eines konventionellen
Gaskessels. Der Strom wird ins Netz eingespeist. Durch diesen Wärmelieferungsvertrag
wird das Risiko sowie der Mehraufwand für den Kunden minimiert.
BZM: Wie passt Ihr Engagement bei der Hausenergieversorgung in das
Gesamtbild, sie arbeiten ja auch an einem
Brennstoffzellenkraftwerk?
Münch: EnBW engagiert sich bei Brennstoffzellen in der gesamten
Breite der denkbaren Anwendungen, von den genannten Anlagen zur
Hausenergieversorgung über Brennstoffzellen für die dezentrale
Stromerzeugung bis hin zu dem europaweit größten
Brennstoffzellenprojekt, der Ein-Megawatt-SOFC-Anlage in Marbach
am Neckar. Diese Projekte werden gemeinsam mit industriellen
Partnern, teilweise unter Förderung durch das
Bundeswirtschaftsministerium oder der Europäischen Union
durchgeführt, um in den einzelnen Projektgruppen das
entsprechende Know-how aufzubauen. Längerfristig muss ermittelt
werden, welche Brennstoffzellen sich in welchen Anwendungen
durchsetzen werden. In Abhängigkeit davon wird sich für EnBW
die Möglichkeit geben, neue Geschäftsfelder aufzubauen, die
eng an unserem Kerngeschäftsfeld Energie liegen werden.
(du)
(Bild:
EnBW)
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