Dr. Ralf Uttich: Entwicklungsarbeit für eine zuverlässige Versorgung

Partnerschaften mit Know-how

Partner aus dem Anlagenbau finden in der RWE eine Gesellschaft, die durch ihr Vertriebs- und Betreiber-Know-how zur schnellen Markteinführung der Brennstoffzelle beitragen kann, sagt Dr. Ralf Uttich. Er ist zuständig für strategische Fragen und Kommunikation im Projekt Brennstoffzellen des Essener Konzerns, der in drei Jahren erste Seriengeräte mit Brennstoffzellen anbieten möchte.

Wenn es um die Energieversorgung der Zukunft geht, möchte die RWE ganz vorne mitspielen. Die laufende Marketing-Kampagne „Imagine“ verdeutlicht, welche Wege der Essener Konzern geht. Einer von ihnen zeigt geradlinig in Richtung Brennstoffzelle. In etwa 15 Jahren könnte schon ein Zehntel der deutschen Stromproduktion aus Brennstoffzellen kommen, prognostiziert RWE-Chef Dr. Dietmar Kuhnt.

Den Markt auf die Brennstoffzelle vorzubereiten, ist eine der Aufgaben von Dr. Ralf Uttich. Der vierzigjährige Maschinenbauer ist zuständig für strategische Fragen in Sachen Brennstoffzelle und kämpft mit in der ersten Reihe für die Akzeptanz der neuen Technik. „Ende 2004 möchten wir mit den ersten Serienprodukten an den Markt gehen. Bis dahin müssen Handwerk und Kunden ausreichend über die Möglichkeiten der Brennstoffzelle informiert sein.“

Teil des Marketings ist es, Brennstoffzellen quasi öffentlich zu testen: Feldversuche mit Vorserien-Brennstoffzellen-Heizgeräten sollen im Sommer kommenden Jahres anlaufen, und im eigens für Tests errichteten, gläsernen Brennstoffzellen-Pavillon kommen Anlagen verschiedener Art auf den Prüfstand (siehe nebenstehenden Beitrag). Der Pavillon gestattet Hausbesitzern, Wohnungsverwaltern, Handwerkern oder Betreibern von Zweckgebäuden Einblick in eine Technik, die sie in wenigen Jahren kaufen können.

Warum die RWE sich bereits heute so stark engagiert, habe zwei Gründe, so Dr. Uttich: „Uns geht es einerseits darum, schon jetzt einen hohen Bekanntheitsgrad aufzubauen“, sagt er und verweist auf die Erfordernis, stationäre Brennstoffzellen-Anwendungen für Haushalte, Gewerbe und Industrie von RWE klar von den mobilen Anwendungen für Autos, Busse und andere Fahrzeuge abzugrenzen. „Andererseits müssen wir umfangreiche Tests machen, um vor der Einführung von Seriengeräten ausreichende Erfahrungswerte zu sammeln. Schließlich verbindet der Kunde mit dem Namen RWE Versorgungssicherheit, und die soll er auch bei der Brennstoffzelle bekommen.“

Das heißt mit anderen Worten, dass beispielsweise ein Brennstoffzellen-Heizgerät in punkto Ausdauer mit einer konventionellen Heizung konkurrieren können muss. „40.000 Betriebsstunden sind das Minimum“, sagt Dr. Uttich. „Im Betrieb könnten wir Brennstoffzellen in Ein- und Mehrfamilienhäusern aus der Ferne überwachen, weswegen ein Service nur relativ selten notwendig wäre.“

Im Rahmen der intensiven Bemühungen um die Technik möchte sich RWE über Joint Ventures auch als Anlagenhersteller oder Packager engagieren. „Unsere Kernkompetenzen liegen im Bereich der Energiedienstleistung“, macht Uttich klar. „Wenn es um Installation, Wartung und Ferndiagnose oder Contracting geht, sind wir gerne dabei, für den Rest benötigen wir Partner.“ Nuvera ist so ein Partner, der mit der RWE eine exklusive Kooperation vorbereitet. Die PEM-Brennstoffzellen des erst kürzlich aus einer Fusion entstandenen Unternehmens (Standorte in USA und Italien) mit Leistungen zwischen einigen Kilowatt und 200 kW möchten die Essener schon ab 2004 anbieten, ein entsprechendes Joint Venture befindet sich in der Gründung.

Uttich ist sich sicher, in Nuvera einen hervorragenden Spezialisten gefunden zu haben: „Von den Anbietern, die im Kilowattbereich tätig sind, hat Nuvera den besten Reformer und bietet auch Systeme für verschiedene Brennstoffe an.“ Selbst ein Betrieb mit Heizöl sei mit den Geräten der Amerikaner denkbar, sagt der Maschinenbauer, allerdings erst ab schätzungsweise 2007.

Für Brennstoffzellen größerer Leistung bahnt sich eine Beziehung mit der MTU Friedrichshafen, einer Tochter der DaimlerChrysler, an. Das Unternehmen macht sich derzeit mit dem „Hot Module“ (Hochtemperatur-Brennstoffzellen in der 250-kW-Klasse) einen Namen. Es wäre für die RWE der geeignete Partner, um die moderne Art der Kraft-Wärme-Kopplung auch in Industrie und Kommune anzubieten.

„Solche Partnerschaften bringen Vorteile für beide Seiten“, ist sich Dr. Uttich sicher. „Während wir von der Kompetenz unserer Partner in Entwicklung und Fertigung von Brennstoffzellen profitieren, haben diese im Gegenzug einen Verbündeten, der die Marketingaktivitäten bündeln kann und mit seinen Aktivitäten das Publikum aufs Thema lenkt.“ Den künftigen Kunden kann dies nur lieb sein. Sie bekommen durch ihren Energiedienstleister Know-how aus einer Hand.

(du)

(Bild: RWE)

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