Prof. Beckervordersandforth, Ruhrgas, zur „Initiative Brennstoffzelle”

Know-how-Transfer der anderen Art

EWE, MVV Energie, Ruhrgas und VNG gründeten im Oktober die „Initiative Brennstoffzelle”, um die Markteinführung der Brennstoffzelle vorzubereiten und Vermarktungsstrategien - zum Beispiel durch Contracting - zu erarbeiten. Die Initiative unterscheide sich grundlegend von anderen Interessengemeinschaften, sagt Prof. Dr. Christian Beckervordersandforth, Leiter Forschung & Entwicklung bei der Ruhrgas AG, Essen. Er erläutert die Ziele der Gemeinschaft.

BZM: Zu den Gründungsmitgliedern der „Initiative Brennstoffzelle”, die Ende Oktober ins Leben gerufen wurde, gehören die EWE, MVV Energie, VNG und Ruhrgas. Die Initiative steht aber auch weiteren Partnern offen. Welche Bedingungen sollten diese erfüllen?

Beckervordersandforth: Die Initiative steht prinzipiell allen interessierten Unternehmen offen, die etwas zu dieser Thematik projektbezogen beitragen können. Die Gründungsmitglieder übernehmen jeweils spezielle Aufgaben im Rahmen anstehender Feldversuche. So könnte zum Beispiel das in einem speziellen Programm mit der VNG verbundene Installationshandswerk in die Durchführung von Tests eingebunden werden.

BZM: Welchen Reiz hat die Initiative für die beteiligten Unternehmen?

Beckervordersandforth: Die enge Kooperation der beteiligten Unternehmen trägt zur Vermeidung vieler paralleler Feldtests bei. Die Durchführung kann somit schneller und zielführender erfolgen und die gewonnen Erfahrungen können gebündelt werden. Der Informationsaustausch zwischen den Partnern - ohne das spezifische Unternehmens-Know-how der Hersteller zu verletzen - kann ebenfalls zielgerichteter erfolgen. Die näher beim Endkunden agierenden Unternehmen wie MVV können zum Beispiel viel besser geeignete Testobjekte auswählen und helfen, vermeidbare Fehler zu reduzieren oder sogar ganz auszuschließen. Die Gerätehersteller werden ihre Anlagen betreuen, und Ruhrgas mit seinem Labor in Dorsten ist für die Datenaufnahme und -auswertung verantwortlich. Das heißt, die technisch-wissenschaftliche Betreuung steht hier im Vordergrund. Eine wichtige Aufgabe könnten hier Untersuchungen zum Verhalten eingesetzter Katalysatoren in der Brennstoffzelle sein.

BZM: Zur Zeit bestehen schon diverse Initiativen oder Interessengemeinschaften, die Aktivitäten zur Brennstoffzelle und Wasserstofferzeugung oder -speicherung bündeln. Was hat Sie veranlasst, eine weitere Gemeinschaft ins Leben zu rufen?

Beckervordersandforth: Neu an unserer Initiative ist, dass sich Unternehmen auf verschiedenen Ebenen zusammengeschlossen haben. Die bislang existierenden Initiativen beschäftigen sich meist mit dem Know-how-Transfer auf wissenschaftlicher Ebene zwischen Universitäten und Instituten. Ein Wissensaustausch mit diesen Einrichtungen ist gewollt und erscheint sinnvoll. Eine weitere Aufgabe der Initiative ist es, eine Markteinführungsstrategie und eine Technikerprobung vorzubereiten, die es ermöglicht, dass die Marktpartner gleichzeitig an den Zukunftsmarkt Erdgasbrennstoffzelle herangeführt werden können, insbesondere auch unter Einbeziehen des Handwerks, das sich auf diese in voraussichtlich sieben bis acht Jahren verfügbare Technik vorbereiten muss.

(du)

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