ABB startet Anbindung von Europas größtemGezeitenkraftwerk

ABB hat von Atlantis Resources einen Auftrag für die landseitige Netzanbindung für Phase I des MeyGen-Gezeitenkraftwerksprojekts in der schottischen Meeresenge Pentland Firth erhalten. MeyGen ist ein Pilotprojekt zur Nutzbarmachung von Meeresenergie an der Enge zwischen den Orkney-Inseln und dem Festland.

20. August 2014

Zunächst werden vier Unterwasserturbinen mit einer Leistung von 6 MW auf dem Inner Pentland Firth nördlich von Caithness installiert. Ab 2016 soll hier der erste Strom erzeugt werden. ABB ist eigenen Angaben zufolge für die Onshore-Energieumwandlungs- und Netzanbindungssysteme verantwortlich, die den Strom sicher und zuverlässig in das lokale Verteilernetz einspeisen. Das Projekt umfasst die Planung, das Engineering, die Bereitstellung und Inbetriebnahme der Energieumwandlungs-, Schaltanlagen- und Transformatorenlösungen sowie die damit verbundenen Tiefbauarbeiten und die Kabelverlegung. Zu den wichtigsten Lieferungen von ABB zählen Transformatoren, Mittelspannungsschaltanlagen und Stromrichter.

Auf das enorme Energiepotenzial der Gezeitenströmungen am Pentland Firth weisen verschiedene Studien hin, unter anderem von Ingenieuren der Universitäten von Edinburgh und Oxford. Hier sollen Meeresströmungen von geschätzt 5 m/s vorkommen.

Innerhalb der kommenden zehn Jahre sollen Offshore-Gezeitenströmungsturbinen mit bis zu 398 MW Leistungskapazität am Pentland Firth installiert und damit saubere und erneuerbare Elektrizität in das Stromnetz Grossbritanniens eingespeist werden.