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Abrechnen aus einem Guss

Lade-Infrastruktur - Der nordrhein-westfälische Kreis Coesfeld hat eine kreisweite Ladeinfrastruktur mit einheitlichem Abrechnungssystem aufgebaut. Es ist eingebunden in ein europäisches Ladenetz.

28. März 2018

Für eine klimafreundliche Zukunft braucht Deutschland neue Mobilität. Um den Ausbau der elektrischen Alternative voranzutreiben, stehen jedoch nicht nur die Fragen nach Akkuleistungen und erschwinglichen Anschaffungskosten von E-Autos im Raum. Es bedarf zudem einer praktikablen Ladeinfrastruktur.

Pionierarbeit leistet hier der Kreis Coesfeld im Münsterland. Durch das Projekt ›eCOEmobil – Elektromobilität für den Kreis Coesfeld‹ entsteht im bundesweit ersten Landkreis eine flächendeckende E-Ladeinfrastruktur mit einheitlichem Abrechnungssystem, eingebunden in eines der größten Ladenetze Europas.

Fast die Hälfte der im Kreis anfallenden CO2-Emissionen ist auf den Straßenverkehr zurückzuführen. Die Stärkung der Elektromobilität soll Abhilfe schaffen, doch bis Ende 2015 gab es keine praktikable Infrastruktur für Lademöglichkeiten: 25

E-Ladestationen im Umkreis von 25 Kilometern um die Stadt Coesfeld wurden von vier Anbietern mit unterschiedlichen Abrechnungs- und Tarifsystemen betrieben. Ein Hemmnis, für das mit dem Projekt eine Lösung gefunden werden sollte.

Die Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien (GFC) wurde mit der Planung und Umsetzung einer kreisweiten Ladeinfrastruktur für E-Autos mit einheitlichem Abrechnungssystem betraut. Gemeinsam mit den elf kreisangehörigen Städten und Gemeinden wurden Ladesäulenstandorte ausgewählt und die örtlichen Netzbetreiber und Stromlieferanten als Sponsoren gewonnen.

Ein besonderer Aspekt galt der Auswahl eines passenden Abrechnungssystems, das in der Handhabung einfach und einheitlich sein sollte. Mit der Einbindung in das Newmotion-Ladenetzwerk entstand ein System, das diesem Anspruch gerecht wird. Der Anbieter von Ladelösungen für Elektroautos hat es sich zum Ziel gesetzt, Elektromobilität alltagstauglich zu machen.

Hierfür bietet er unter anderem ein unkompliziertes Abrechnungssystem an. Nutzer erstellen online ein Kundenkonto und erhalten eine kostenfreie Ladekarte – ohne damit eine Vertragsbindung einzugehen. Mit der Karte können sie alle Ladesäulen des Newmotion-Netzwerks nutzen, das mit 50.000 Ladestationen in 22 Ländern zu Europas größtem Ladenetz für E-Autos zählt.

App zeigt Verfügbarkeit

Die Abrechnung erfolgt dann über die im Kundenkonto hinterlegten Bankdaten via Lastschriftverfahren. Die Preise der eCOEmobil-Ladestationen, die mit zertifiziertem Ökostrom beliefert werden, orientieren sich am Haushaltsstrom: Pro verbrauchter Kilowattstunde zahlt der Nutzer in Coesfeld 0,29 Euro. Wo sich die einzelnen Ladesäulen befinden, die aktuellen Verfügbarkeiten und Ladetarife erfahren die Besitzer der E-Fahrzeuge mithilfe der systemeigenen Newmotion-App.

Für den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland muss die Lademöglichkeit praktikabler gestaltet werden – ganz besonders im ländlichen Raum. Das Projekt zeigt hier vorbildlich, auf welchem Wege das gelingen kann, so die Klimaexpo.NRW. Für den Beitrag zum Klimaschutz wurde eCOEmobil 2017 als Vorreiterprojekt in die landesweite Leistungsschau aufgenommen. Im Themenfeld ›Mobilität gestalten‹ reiht es sich in beispielhafte technologische oder infrastrukturelle Entwicklungen und neue Mobilitäts- und Logistikkonzepte ein, die dazu beitragen, dem Klimawandel trotz steigendem Verkehrsaufkommen mit zukunftsweisenden Lösungen begegnen zu können.

Kristin Holz, Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien

Dr. Heinrich Dornbusch, Klimaexpo.NRW

Erschienen in Ausgabe: Nr. 03 /2018