Alles auf einen Blick

Karriere

Aus- und Weiterbildung - Bundesweit gibt es mehr als 350 Studiengänge für Erneuerbare und Energieeffizienz. Europaweit sind es über tausend. Hilfe bei der Qual der Wahl des passenden Studiengangs bietet jetzt ein neues Online-Portal.

01. März 2016

Erfasst sind bereits rund 300 Studiengängen für regenerative Energien (RE) an bundesdeutschen Hochschulen, darunter Dresden, Frankfurt, Kassel, Magdeburg und Hamburg. Abgebildet sind zudem über die Hälfte aller entsprechenden Studiengänge in der Schweiz und Österreich.

Wichtige Infos auf einen Blick

Besucher des Portals können nicht nur Angaben über Ausrichtung, Schwerpunkte und Besonderheiten des Studiums finden. Sie erhalten auch Informationen etwa zur Regelstudienzeit, Zulassungsbeschränkungen oder den Kosten pro Semester, eventuell erforderlichen Auslandssemestern und die Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner.

 »Study Green Energy ist ein sehr hilfreiches, praxisnahes, aktuelles und kostenloses Instrument, mit dem sich Interessierte im RE-Studiengangs-Dschungel hervorragend orientieren können«, sagt Projektleiter Christian Budig vom Institut dezentrale Energietechnologien (IdE). Das in Kassel ansässige Institut hat den Online-Studienführer in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, den Hochschulen Magdeburg-Stendal und Biberach sowie der Technischen Universität Dresden aufgebaut.

Immer mehr Studiengänge

Das Angebot der akademischen Ausbildung im RE-Bereich hat sich in jüngster Zeit rasant entwickelt: Immer mehr Hochschulen haben das Thema in ihr Studienangebot aufgenommen und spezialisierte Ausbildungsprofile entwickelt. So hat sich in den vergangenen sieben Jahren die Anzahl der RE-Studiengänge in Deutschland weit mehr als verdoppelt. Aufgrund dieser starken Zunahme des Studienangebots waren bisherige Informationsquellen hinsichtlich ihrer Vollständigkeit, Aktualität und Funktionalität für Studieninteressierte kaum noch nutzbar. Selbst Fachleute hatten keinen umfassenden Überblick mehr, welche Hochschule was mit welchen Inhalten und Schwerpunkten anbietet.

 Und Studieninteressierte sind bei der konventionellen Suche nach einem passenden RE-Studiengang oft gänzlich orientierungslos – zumal die Studiengänge oft den gleichen Namen haben, sich aber sehr stark in der inhaltlichen Ausrichtung unterscheiden.

Unterschiedliche Inhalte

»Dieses große Informationsdefizit war die Hauptmotivation für die Entwicklung des Online-Portals« sagt Projektleiter Budig. Das Konzept von Study Green Energy wurde im Fachausschuss Hochschule der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) entwickelt, in dem über 120 Hochschullehrer vertreten sind.

 Inzwischen erlaubt das neue Online-Portal nicht nur einen Überblick durch detaillierte Porträts der erfassten RE-Studiengänge, es ermöglicht den Nutzern auch, sich mit Hilfe von Such- und Filterfunktionen ein individuelles Studiengang-Ranking zu erstellen. So können zum Beispiel die gewünschte inhaltliche Ausrichtung des Studiums, der gewünschte Abschluss oder auch ein Ort eingegeben werden, und sofort werden die für die genannten Wünsche und Prioritäten besonders passenden Studiengänge aufgezeigt.

Einfache Handhabung

Über die Menüsteuerung Studiengang gelangt der Nutzer zur Studiengangsuche. Im linken Bereich der Website kann der Wunschstudiengang schnell konfiguriert und eingegeben werden, welcher Schwerpunkt erwünscht wird. Im rechten Teil der Website erscheint dann die Ergebnisansicht als Liste mit den gefundenen Studiengängen.

 Die Relevanz der Suchtreffer wird durch eine farbliche Markierung in jeder Zeile veranschaulicht. Zudem enthält jede Zeile Kurzinformationen zum Studiengang, zur anbietenden Hochschule sowie bei einer umkreisbezogenen Suche die Entfernung zum Referenzort.

Studiengänge im Vergleich

Über entsprechende Links in der Ergebnisliste gelangt der Benutzer direkt zu den standardisierten und somit vergleichbaren Studiengangporträts.

 In diesen sind alle für die Beschreibung eines Studiengangs relevanten Informationen übersichtlich dargestellt. »Das Angebot richtet sich aber nicht nur an Studieninteressierte, die den für sie optimalen Studienort finden möchten, sondern auch an Hochschulen, die gefunden werden wollen«, so Budig. Denn die Hochschulen selbst können ihre jeweiligen Studiengänge schon seit März 2014 mit allen relevanten Details auf dem Portal vorstellen, auf diese Weise den Bekanntheitsgrad ihrer Angebote erhöhen und letztlich Studierende für sich gewinnen.

Hochschule pflegen Inhalte

Ein Verantwortlicher der Hochschule kann sich auf dem Portal anmelden und dann alle relevanten Angaben zu den von seiner Hochschule angebotenen Studiengängen eintragen beziehungsweise bereits vorhandene Basisinformationen durch detaillierte Angaben ergänzen. Durch diese weitgehende Automatisierung und Selbstkontrolle ist der wartungsarme Betrieb des Portals langfristig sichergestellt und steht nicht vor dem Aus, wenn die finanzielle Förderung durch das Bundesumweltministerium eines Tages eingestellt wird. Mit diesem Anspruch und dem Blick auf die Nachhaltigkeit sei das Portal entwickelt worden, so Budig.

 Die Förderung des Bundesumweltministeriums aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative wurde auch aufgrund der Erkenntnis bewilligt, dass der Bedarf an qualifizierten Fachkräften aufgrund des Ausbaus der regenerativen Energien rasant gestiegen ist.

Bereich braucht 160.000 Fachkräfte

Innerhalb der letzten zehn Jahre wurden allein in Deutschland im Bereich regenerativer Energien und Energieeffizienz pro Jahr bereits durchschnittlich 21.000 neue Stellen geschaffen. Auch das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass in den nächsten 15 Jahren noch einmal mindestens 160.000 Fachkräfte benötigt werden.

 Mittelfristig soll es unter www.studygreenenergy.org auch möglich sein, sich einen Überblick über das Stellenangebot auf dem RE-Markt zu verschaffen oder sich eine Stelle zu suchen. Geplant sind Kooperationen mit Unternehmen. Nutzer loben das Portal als gut und sehr ansprechend gemacht. »Solch ein Portal hätte ich mir früher gewünscht – das hätte vieles erleichtert«, schrieb eine RE-Masterstudentin.

Erschienen in Ausgabe: 02/2016