Alles im Griff

Witt stellt Einhand-Gaszapfpistole für Tankstellen vor

Durch das Verriegeln der Zapfpistole, für das beide Hände benötigt werden, geht das Tanken von Erdgas anders vonstatten, als bei Benzin oder Diesel. Viele Autofahrer haben deshalb Berührungsängste. Die Witt-Gasetechnik in Witten hat nun eine Gaszapfpistole auf den Markt gebracht, die wie eine herkömmliche Benzinzapfpistole bedient werden kann.

27. Mai 2004

Über drei Millionen Fahrzeuge weltweit tanken Erdgas. Zahlreiche Förderprogramme leisten finanzielle Unterstützung bei Anschaffung und Umbau der Fahrzeuge. Das Tankstellennetz wird dichter.

Vielen Autofahrern bereitet gasförmiger Treibstoff jedoch Unbehagen, so dass die Nachfrage trotz allem nur verhalten steigt. Für Psychologen verständlich: Der Umgang mit einem unter Hochdruck (200 bar) stehenden Medium ruft instinktiv Zurückhaltung aus Vorsicht vor möglichen Gefahren hervor - ein menschlicher Schutzmechanismus. „Nicht unwesentlichen Anteil daran dürften die bislang eingesetzten Zapfpistolen haben“, erklärt Peter Drozynski, Vertriebsleiter bei Witt-Gasetechnik, „Die Spezialkonstruktionen sind ungewohnt, zwingen den Autofahrer, bestimmte Handgriffe in festgelegter Folge auszuführen und bestätigen damit seine Bedenken geradezu.“ Die Angst vor Fehlbedienung sitze tief und sei auch bei Vielfahrern ausgeprägt.

Die von Witt entwickelte und zum Patent angemeldete Gaszapfpistole SafeFill baue diese Hemmschwelle ab. Denn der Betankungsvorgang unterscheide sich damit nicht mehr von dem bei Flüssigkraftstoff: „Zapfpistole auf den Tankstutzen stecken, wie gewohnt am Hebel ziehen, und die Betankung läuft. Alles mit einer Hand und intuitiv wie bei Benzin“, erläutert Drozynski.

In den Griff integrierten die Ingenieure die Technik für den sicheren Fahrzeuganschluss und die Einhandbedienung. Optisch stehen die kompakten Zapfpistolen ihren konventionellen Artverwandten kaum nach. Die kleinen bauartbedingten Unterschiede sind das einzige Zugeständnis.

Spezielle Zapfsäulen mit veränderten Zapftaschen sind nicht erforderlich. Durch das sequentiell schaltende Ventilsystem sind Betankungsfehler technisch ausgeschlossen. Mit der neuen Zapfpistole möchte Witt auch für die zukünftige Wasserstoffbetankung gerüstet sein, denn „SafeFill ist auf 350 bar und mehr ausgelegt“, informiert Drozynski.

Erschienen in Ausgabe: 04/2004