AÜW erhält Stadtwerke-Award auf der Stadtwerke-Jahrestagung

Mit über 400 Teilnehmern und 40 Referenten ist Mitte Mai die 18. Stadtwerke-Jahrestagung zu Ende gegangen. Schwerpunktthemen waren die Bedeutung der Energiewende und die EEG-Reform. Die 19. Euroforum-Jahrestagung Stadtwerke 2015 ist bereits geplant. Sie findet vom 5. bis 7. Mai 2015 in Düsseldorf statt.

27. Mai 2014

Traditionell wurde am ersten Veranstaltungstag auch in diesem Jahr der Stadtwerke Award verliehen. Den ersten Platz erhielt die Allgäuer Überlandwerk (AÜW)-Tochter Egrid Applications & Consulting aus Kempten. Überzeugt wurde die Jury laut AÜW nicht nur von dem Leistungsangebot, sondern in erster Linie von den Erfolgen, die egrid bereits vorweisen kann.

So wurden im Versorgungsgebiet der AÜW durch die Optimierung der Verteilnetze in den vergangenen Jahren über 600.000 € Kosten eingespart. Zusätzlich zeigten verschiedene Referenzkunden aus Deutschland, dass diese Art der Netzoptimierung auch auf andere Regionen und Gegebenheiten erfolgreich adaptiert werden könne.

Gesprächsthema Energiewende

Thematisch war die Tagung in drei Bereiche gegliedert: Vertrieb und Kunden, Finanzierungsfragen, -modelle und -partner sowie Geschäftsprozessoptimierung. Die Bedeutung der Energiewende und die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wurde laut Euroforum in nahezu allen Vorträgen und Gesprächen hervorgehoben.

»Bei der Umsetzung der Energiewende spielen Stadtwerke eine wichtige Rolle. Sie müssen technisch und wirtschaftlich leistungsfähig sein, um mit den Veränderungen durch den massiven Zuwachs der erneuerbaren Energien umgehen zu können. Wichtig ist hierfür zum einen der richtige Regulierungsrahmen. Zum anderen müssen sich die kommunalen Versorger fit machen für die neuen Anforderungen der Energiewende und ihre Geschäftsmodelle entsprechend anpassen«, sagte etwa Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

»Die Energiewende ist viel komplexer, als sie in Politik und in der Öffentlichkeit bisher diskutiert wurde. Stadtwerke, die die Fähigkeiten haben, in dezentrale und erneuerbare Energien zu investieren, ihre Netzinfrastruktur effizient zu betreiben und ihre Kunden durch diese regionale Wertschöpfung zu binden, haben ideale Voraussetzungen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Eine wesentliche Rolle spielt zudem das Verständnis der Bürger für den notwendigen Infrastrukturausbau«, ergänzte Dr. Torsten Henzelmann, Senior Partner, Roland Berger Strategy Consultants

Jörg Sinnig, Vorstandsvorsitzender der SIV.AG, betonte zudem die Bedeutung von Investitionen in IT-Lösungen: »Die Energiewende bedarf eines gesamtgesellschaftlichen Konsenses, verlässlicher gesetzlicher Rahmenbedingungen und nachhaltiger Investitionen in die Netz- und IT-Infrastruktur. Für die Stadtwerke stellt sie aber auch eine vielversprechende Chance dar, sich in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld mit innovativen Konzepten neu zu positionieren. Prozessberatung und Prozessdesign werden dabei verstärkt nachgefragt. IT-Dienstleister wie die SIV.AG haben sich frühzeitig auf die veränderten Marktanforderungen eingestellt und übernehmen zunehmend die Rolle eines Systembereitstellers und Business Enablers.«

Unterschiede zwischen Großen und Kleinen

Neben den großen Stadtwerken bot die Tagung laut Veranstalter auch kleinen und mittleren Stadtwerken ein Forum. Jean Petrahn, Stadtwerke Hof: »Im Unterschied zu den großen Stadtwerken haben mittlere und kleinere die Herausforderung, dass die zunehmende Komplexität auch durch regulatorische, gesetzgeberische Eingriffe Kosten mit sich bringt, die über vergleichsweise kleine Abgabemengen nicht erwirtschaftet werden können. Kleine Unternehmen werden somit zu Kooperationen oder Outsourcing gezwungen.«

Die Stadtwerke stehen wie kaum ein anderer Akteur in der Energiebranche im Spannungsfeld von Chancen und Risiken. »Die Stadtwerke müssen sich angesichts der Energiewende auf einen schärferen Wettbewerb einstellen. Es reicht nicht, sich allein auf die Rolle des lokalen Grundversorgers zu konzentrieren. Das Energieversorgungssystem wird dezentraler, der Energiemarkt insbesondere durch die Verknüpfung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien insgesamt smarter. Hier müssen die Stadtwerke ihre Chance suchen, Kunden als Dienstleister im Energie- und Daten- und Informationsmanagement zu gewinnen. Sie haben dabei einen entscheidenden Vorteil, die Nähe zum Kunden. Das sollten sie nutzen und maßgeschneiderte, kleinteilige Angebote entwickeln«, so Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) im Vorfeld der Tagung.