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Auf zum smarten Quartier

In Berlin-Adlershof entsteht ein Plusenergiequartier, das neben Mieterstrom auf smarte Vernetzung und Sektorkopplung setzt.

07. August 2018

»Um die Anforderungen eines Plusenergiequartiers zu erfüllen, kommt es auf die intelligente Vernetzung der Anlagentechnik an«, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Mieterstrom-Dienstleisters und Ökoenergieversorgers Polarstern. Das Unternehmen ist in das Projekt eingebunden.

Future Living Berlin ist ein neues Wohnviertel in Berlin-Adlershof mit Wohneinheiten, einem Ausstellungsbereich, einer Cafeteria und Gewerbeeinheiten. Die ersten Mieter sollen 2019 einziehen.

Zur effizienten Wärmeversorgung werden im neuen Quartier zum Beispiel insgesamt 24 Wärmepumpen in den Gebäuden installiert und miteinander vernetzt. So kann, abgestimmt auf das Gesamtsystem, jede Wärmepumpe optimal betrieben werden.

Gleichzeitig haben die Wärmepumpen einen gewissen Grundbedarf am erzeugten Solarstrom und unterstützen so einen hohen Eigenverbrauch.

Diesen spüren die Mieter in Form niedriger Energiekosten, wie der Dienstleister weiter mitteilt. Die ebenfalls integrierten und mit lokalem Solarstrom versorgten fünf E-Ladestellen des Community Car-Sharing-Angebots steigern zusätzlich den Direktverbrauch.

Strom aus Sonnenkraft

 

Die Photovoltaikdachanlage hat eine Leistung von 250 Kilowatt Peak. Sie erzeugt im Jahr 219.000 Kilowattstunden Strom und versorgt damit die 69 Wohneinheiten und 20 Boarding House-Studios des Gebäudekomplexes. Wird mehr Strom erzeugt als direkt genutzt werden kann, füllt der Solarstrom mindestens einen Batteriespeicher mit 150 Kilowattstunden nutzbarer Speicherkapazität.

Zusätzlich werden mit dem erzeugten Strom die Wärmepumpen und die E-Ladestellen versorgt. Am Ende sparen die Mieter rund 17 Prozent Stromkosten gegenüber dem Grundversorgertarif, so Polarstern.

 

Energieverhalten prüfen und anpassen

 

Um den Plusenergiestandard zu erreichen, spielt auch das Energieverhalten der Bewohner eine Rolle. Im Quartier Future Living Berlin unterstützt daher auch ein Wohnungsmanager auf einem Tablet das Energieverhalten.

Dieser zeigt unter anderem den Strom-, Heizungs- und Wasserverbrauch für die einzelne Wohnung auf einer Skala von 1 bis 5 an, so dass sich die Bewohner in ihrem Verhalten daran orientieren können. Die Wohnungen sind mit vielen Elektrogeräten hoher Effizienzklassen ausgestattet.

Automatisierungen führen des Weiteren dazu, dass beispielsweise die Wohnung bei Nichtnutzung von Räumen oder Abwesenheit Verbraucher ausschaltet.

Energiekonzept aus Erneuerbaren

Zum einen wird mit klassischen Energieeffizienzmaßnahmen, Wärmerückgewinnung und Gebäudedämmung der Energiebedarf im Quartier reduziert. Zum anderen wird die benötigte Energie über Photovoltaikanlage, Wärmepumpen, Batteriespeicher und E-Mobilität effizient bereitgestellt.

So entsteht ein komplett über die drei Sektoren Strom, Wärme und Mobilität vernetztes, erneuerbares Energiekonzept, heißt es in der Mitteilung.

»Der ganzheitliche, integrative und dezentrale Ansatz in der Energieversorgung ist eine spannende Herausforderung mit vielen Chancen über den Energie- und Wohnungsmarkt bis in die Finanz- und Mobilitätsstrukturen hinein«, so Florian Henle von Polarstern.