Aufgeladen: Hamburg auf Pole-Position

Hamburg ist mit 774 Ladepunkten Spitzenreiter beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in deutschen Städten. Das ist ein Ergebnis der aktualisierten Ladesäulenerhebung des BDEW. Der Verband hat auch die Bundesländer verglichen.

25. Oktober 2017

Hier liegt Bayern mit 2.503 Ladepunkten inzwischen deutlich vor Nordrhein-Westfalen mit 1.970 und Baden-Württemberg mit 1.786, so der BDEW weiter.

Auf der zweiten und dritten Position im Städteranking stehen Berlin mit 628 Ladepunkten und Stuttgart mit 402.

In der BDEW-Erhebung werden neben den Ladesäulen im öffentlichen Raum auch Ladesäulen auf öffentlich zugänglichem Privatgelände wie etwa Parkhäuser und Supermarkt-Parklätze erfasst.

Neun E-Mobile auf einen Ladepunkt

Insgesamt gibt es inzwischen fast 11.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Demgegenüber steht die Summe von etwa 99.600 in Deutschland zugelassenen voll- oder teilelektrisch betriebenen Autos. Statistisch gesehen kommen damit gerade einmal neun Fahrzeuge auf einen Ladepunkt, wie der Verband erläutert.

"Das zeigt: Die Energiewirtschaft ist beim Ausbau der Ladeinfrastruktur massiv in Vorleistung gegangen und treibt die klimaschonende Antriebstechnologie voran. Und das, obwohl sich der Betrieb der Ladesäulen aufgrund der geringen Fahrzeuganzahl bisher nicht lohnt", so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

"Die Automobilindustrie muss jetzt endlich nachziehen und E-Autos auf den Markt bringen, die in Preis und Leistung einer breiteren Käuferschicht entsprechen."

Zudem müssten die Verteilnetze auf den gewünschten Aufschwung der Elektromobilität optimal vorbereitet werden, so der Verband.

Erhebungsbasis

Da für die Erhebung mit Stichtag 30.06.2017 die Datenbasis um Akteure wie Betreiber von Parkhäusern und -plätzen erweitert wurde, lässt sie sich nicht eins zu eins mit der letzten Erhebung vom 31.12.2016 vergleichen, teilt der BDEW weiter mit.

Quelle der Erhebung zur Anzahl der zugelassenen voll- oder teilelektrisch betriebenen Autos ist der Verband der Automobilindustrie (VDA), Stand Juni 2017.

Grafiken zur Erhebung der Ladeinfrastruktur finden sich hier auf den Seiten des BDEW.

Marktübersicht

Hinter China, den USA und Japan gehört Deutschland zwar zu den führenden Herstellern von Elektroautos. Allerdings sieht man das noch wenig auf Deutschlands Straßen, denn der Anteil an verkauften Elektroautos im Vergleich zum Gesamtmarkt ist hier sehr gering.

Das ist ein Ergebnis der neu aufgelegten globalen Marktübersicht zum Einsatz von E-Autos für 2017 der Technologieberatung Bearing Point

Der Marktanteil an Elektrofahrzeugen (EV) und Hybrid-Elektrofahrzeugen (HEV) habe sich in nahezu allen analysierten Ländern positiv entwickelt, so die Berater.  

Norwegen auf Platz 1

Angeführt wird die Liste des Marktanteils bei E-Autos (EV und HEV) von Norwegen mit knapp 30 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Japan (21 Prozent), Island (9 Prozent) und die USA (4,5 Prozent).

Nach Norwegen verzeichnet Deutschland im Juli und August den zweitgrößten Markt für Plug-ins in Europa mit einem Plus von über 100 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016.

„Die deutschen Autohersteller können eine Steigerung ihres Elektromobilitätsgeschäftes verzeichnen“, so Matthias Loebich, Globaler Leiter Automotive bei BearingPoint. Das ist ein gutes Signal.

„Dennoch wird in unserer Analyse deutlich: Im internationalen und auch europäischen Vergleich müssen wir in Bezug auf den Marktanteil bei Elektrofahrzeugen noch einiges aufholen, um zum Beispiel mit Spitzenreitern wie Norwegen Schritt halten zu können.“