Ausgewogene Software-Lösung

Regensburger Energiedienstleister entschied sich für eccplus

Mit Hilfe der Rewag konnte Softwareanbieter deutsche eccplus AG, Frankfurt/Main, ihr Produkt für die Energiewirtschaft praxisnah weiterentwickeln. Im November fand die erfolgreiche Abnahme durch die Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG statt. Deren Mitarbeiter sind von der Funktionalität und der Abbildung der Prozesse überzeugt.

04. Juli 2002

Noch vor etwa einem Jahr war ungewiss, welche Software die Rewag in der Zukunft begleiten würde. Doch der Energiedienstleister stand unter Zeitdruck: Bis Mai 2001, musste der Anbieter die Durchleitung realisieren und suchte daher eine neue Lösung. Den passenden von 22 Softwareanbietern, die sich auf die EU-weite Ausschreibung der Rewag beworben hatten, galt es also schleunigst zu finden.

Bei der Vorauswahl fiel es den Projektverantwortlichen leicht. „Da war viel Unausgegorenes dabei, sogar Unternehmen, die keine Zeile Programmcode hatten, sich aber dennoch um unseren Auftrag bewarben. Die schieden als erste aus“, erinnert sich Robert Ergesi, Abteilungsleiter Durchleitungsmanagement, der das Projekt von Anfang an verfolgte. Spannend wurde es im Finale: Zwei vielversprechende Lösungen standen in Wettbewerb miteinander, nun sollte der Umgang in der Praxis entscheiden.

Ein Team von Testern repräsentierte die Händlerinteressen, das zweite die Anliegen des Netzbetreibers. Sie nahmen die Systeme in die Mangel und prüften Stärken und Schwächen. „Dass die Software nicht perfekt sein konnte, war uns klar“, sagt Ergesi. Schließlich stand noch nicht fest, wie die vielen Regelungen der Verbändevereinbarung II zu interpretieren waren. „Das hat die Entscheidung nicht gerade erleichtert.“ Beide Systeme hatten deutliche Stärken. So konnte das eine Produkt mit einer sehr guten Händlerunterstützung auftrumpfen und einer Funktionalität, die kaum ein Wettbewerber zu bieten hatte.

Die zweite Software überzeugte durch das ausgeglichene Verhältnis zwischen Händler- und Netzbetreiber-Tools und hatte als schlankere Lösung den Charme der einfacheren Bedienung. Das war der Rewag wichtig. „Zudem war dieses Produkt für uns preiswerter und die Folgekosten waren überschaubar“, bemerkt Ergesi. „Und weil wir noch nicht hundertprozentig wussten, wie sich unser Unternehmen am Markt platzieren würde, wollten wir eine unnötige Kapitalbindung vermeiden.“ Gute Gründe also, die für die zweite Lösung sprachen: eccplus von der deutsche eccplus AG.

Gemeinsam mit der Wibera Management Consult, die auch die Auswahl der Software begleitet hatte, fertigten die Geschäftspartner eine Vertrag an, und am 1. Mai 2001 ging das System in den Betrieb über. Es wurde direkt zum Abwickeln der Durchleitung für drei Händler genutzt. Vor der eigentlichen Softwareabnahme waren jedoch gemäß Vertrag ein paar Punkte nachzubessern. Keine Anlass zur Kritik, wie Ergesi betont, denn wie hätten Programmierer damals eine praktische Abwicklung implementieren können, wenn die Energiewirtschaft selbst erst die praktische Umsetzung der Verbändevereinbarung erprobte.

Beim Optimieren der Software waren die Projektteams der Rewag gerne behilflich, schließlich wollten alle den schnellen Fortschritt der Lösung. „Das war für die meisten unserer Mitarbeiter in den Fachabteilungen eine vollkommen neue Erfahrung. Bislang hatten sie ja kaum Kontakt zur Softwareentwicklung.“ Dennoch sahen sie in der Regel davon ab, unternehmensspezifische Wünsche zu äußern. „Wir wollten ein Produkt, das weitgehend dem Standard entspricht“, erläutert Ergesi. „Die Pflege der Oracle-Daten, das Einspielen von Updates und vieles mehr fallen uns dadurch leichter.“ Von dem Feintuning profitieren also auch andere eccplus-Anwender.

Nachdem nun die meisten der Modifikationen abgeschlossen sind, ist Ergesi sehr zufrieden mit eccplus und fühlt sich bestätigt, die richtige Wahl getroffen zu haben. „Eccplus gehört bestimmt zu den besten Produkten am Markt“, lobt er. Besonders die leichte Bedienung und der streng logische Aufbau beeindrucken den Abteilungsleiter. „Fehleingaben oder unvollständige Datensätze sind fast unmöglich.“ Zudem komme die Software gut mit dem „Wildwuchs“ der Datenaustauschformate zurecht, so der Durchleitungsspezialist in Hause Rewag. „Das erleichtert die Abstimmung der Fahrpläne mit anderem Marktpartnern“, betont er, „denn jeder möchte seine Daten in einem anderem Format kommunizieren. Das geht mit eccplus - aber mit Excel oder ähnlichen Hilfsmitteln wäre uns das heute nicht mehr möglich.“

Schnittstellenprobleme habe es keine gegeben, berichtet Ergesi. Eccplus komme beispielsweise mit der vorhandenen Zählerfernauslesung gut zurecht. Und auch das Einbinden einer Wetterprognose sei möglich, sagt er. Sie soll bald folgen und so zum besseren Abschätzen der Verbrauchslast beitragen.

Lobenswert erwähnt er auch das integrierte Customer Relationship Management. Dort lassen sich alle relevanten Informationen zum Kunden ablegen, beispielsweise ob dieser schon beliefert wird, von wem, welche Verträge dazu geschlossen wurden und vieles mehr. Wo die Rewag-Mitarbeiter noch Hand anlegen müssen, macht die farbige Kennzeichnung der Kunden deutlich: Rot hebt die Software hervor, wenn noch Maßnahmen zu treffen sind, gelbe Daten warten auf Ihre Aktivierung (weil zum Beispiel die Belieferung noch nicht aufgenommen wurde), grün gekennzeichnete bedürfen keiner Anpassung mehr.

Solche Hilfestellungen erleichterten den Mitarbeitern ebenso die Arbeit mit dem Programm wie die enge Verzahnung von CRM und Energiedatenmanagement und die zahlreichen Plausibilitätsprüfung. Letztere schützen unerfahrene Mitarbeiter davor, Angaben zu vergessen. Auch das weitere Bearbeiten durch andere Abteilungen ist bequem gelöst: Wer eine Aufgabe an andere übergeben möchte, kann dies elektronisch erledigen. Ist derjenige nicht da, können Mitglieder seiner (in der Software definierten) Arbeitsgruppe stellvertretend die notwendigen Schritte ausführen.

Solche Mechanismen begrenzen auch die Einarbeitungszeit. „Immerhin ist es uns gelungen, die Kollegen durch hausinterne Mitarbeiter zu schulen“, so Ergesi. „Es treten zwar immer noch Probleme auf, aber das liegt eher daran, dass sich manche von uns noch an die neuen, durch die Verbändevereinbarung vorgeschriebenen Abläufe gewöhnen müssen, wenige an der Software selbst.“

Rückblickend ist Durchleitungsexperte Ergesi sicher, dass die Rewag die richtige Entscheidung getroffen hat. Galt es früher, eine VVII-konforme Lösung anzuschaffen, eröffnen sich dem Regensburger Versorger heute mit eccplus vielfältige Möglichkeiten, am Markt zu agieren und die Position im Wettbewerb erfolgreich zu verteidigen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2002