Außendienstmitarbeiter koordinieren und optimieren

Siemens verstärkt Geschäft mit IT-Lösungen für die Energiewirtschaft

Der Siemens-Bereich Power Transmission and Distribution (PTD) kooperiert mit dem kanadischen Software-Unternehmen M3i, einem Anbieter von Workforcemanagement(WFM)-Systemen. Stromversorgungsunternehmen können mit WFM-Lösungen den Einsatz ihrer Service-Mannschaften im Außendienst besser koordinieren und das Crew- und Flottenmanagement optimieren.

18. Dezember 2001

Workforcemanagement-Systeme optimieren als automatisierte Auftragsverteilungssysteme den Einsatz der Service-Mannschaften von Energieversorgungsunternehmen. Die EVU können damit ihre Einsatzplanung und Auftragsabwicklung verbessern, operative Kosten senken, die papierlastige Verwaltung auf IT umstellen und schnell statistische Auswertungen und Berichte erstellen. Dies sorgt für eine bessere Übersicht über die Tätigkeiten am Einsatzort und verbessert den Service, weil man den Kunden schneller präzisere Informationen liefern kann - beispielsweise über den aktuellen Stand der Reparaturarbeiten bei einer Störung im Versorgungsnetz.

Nach Einführen eines WFM-Systems kann es sehr schnell zu einen Return of Investment kommen, weil Standardaufträge überwiegend automatisch verteilt werden und Fahrtzeiten sowie Leerlaufzeiten auf reduziert werden können. Zudem besteht die Möglichkeit, sich das System mit anderen Energieversorgungsunternehmen zu teilen (Mandantenfähigkeit).

Direkter Kooperationspartner bei Siemens PTD ist das Geschäftsgebiet Energy Management & Information Systems, das unter dem Dach von Siemens Utilities IT gemeinsam mit dem Geschäftsgebiet Metering und der Siemens Business Services (SBS) ganzheitliche IT-Lösungen entwickelt und anbietet. Ziel ist es, der Energiewirtschaft Gesamtlösungen und Dienstleistungen anzubieten, die sich sowohl aus prozessnahen IT-Lösungen als auch aus betriebswirtschaftlich orientierter Software zusammensetzen.

WFM-Systeme für Energieversorgungsunternehmen verteilen Aufträge an den Außendienst automatisch - basierend nicht nur auf Terminen, Prioritäten und Entfernungen zum Einsatzort, sondern auch nach der Spezialisierung der Mitarbeiter. Dazu wird jede Einsatz-Crew in den Schichtplänen des WFM-Systems erfasst. Die Auftragsdaten fließen automatisch auch ins Kundeninformationssystem, in das Störungsmanagement-System, in geographische Informationssysteme oder in SAP-Systeme und werden dort weiterverarbeitet. SAP-Systeme verwalten beispielsweise die Lagerbestände oder erstellen Rechnungen von fertiggestellten Aufträgen. Die Zentrale ist direkt mit den mobilen PC in den Einsatzfahrzeugen verbunden.

Die Position des Fahrzeugs einer Service-Mannschaft kann die Zentrale über GPS (Global Positioning System), das mit dem Mobil-PC im Fahrzeug in Verbindung steht, sowie über eine Funkdatenverbindung abrufen. Ein Symbol auf Landkarte der Umgebung im Navigationssystem der Zentrale zeigt, wo die Mannschaft gerade arbeitet.

Jede Crew erhält ihre Aufträge über den Laptop direkt ins Fahrzeug übermittelt und bearbeitet sie auch dort. Dies ermöglicht der Zentrale, zu jeder Zeit die Statusmeldungen aller Crews abzurufen zu können. Warenein- und -ausgänge - zum Beispiel für eine Service-Aufgabe benötige Ersatzeile - kann der Service-Techniker direkt an ein Warenwirtschaftssystem weitergeben und minimiert damit die Lagerhaltung. Erledigte Aufträge gibt die Software an ein Abrechnungssystem weiter. Für die Kommunikation zwischen der Zentrale und den Einsatzkräften kann der Energieversorger mehrere Funksysteme parallel nutzen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2001