Barrieren beseitigen

SAP NetWeaver beseitigt die Diskrepanz zwischen Prozess und IT

Weg mit der Innovationsbarriere: Die Informationstechnik hat als Bremsklotz ausgedient. Mit SAP NetWeaver stellt SAP eine Integrations- und Anwendungsplattform vor, die nicht nur die Kosten in der ITWelt senkt, sondern Prozessen zu mehr Performance verhilft. Dass dabei auch noch die Flexibilität steigen soll, grenzt fast an ein Wunder, doch erste Installationen machen die Vorteile deutlich...

09. Juli 2004

Besonders diejenigen Unternehmen, die auf eine schnelle und flexible Informationstechnik angewiesen sind und neben Branchenstandards von SAP auch andere Anwendungen einbinden müssen, hatten oft Grund zur Klage: Die Pflege zahlreicher Schnittstellen kostete nicht nur relativ viel Geld, sondern bremste auch noch die Flexibilität der gesamten Informationstechnik aus.

Auf Wandel im Prozess ließ sich daher nur zögerlich reagieren. Ein Umstand, den zum Beispiel Energieversorger gut kennen: Hier müssen Businessanwendungen, Abrechnungslösungen, Zählermanagement, geografische Informationssysteme und vieles mehr zusammenspielen - und sich den verändernden Regeln des Marktes beugen.

Selbst die verschiedenen Anwendungen der SAP - obwohl aus einem Hause - galten nicht immer als pflegeleicht. Hintergrund: Nicht alle Komponenten fußten auf der gleichen Basis, weswegen unterschiedliche Releases oder Updates zu pflegen waren. Doch mit dieser Vielfalt ist nun Schluss. SAP hat sich zur konsequenten Umsetzung der Enterprise Service Architecture (ESA) bekannt und stellt mit SAP NetWeaver eine zugehörige, umfassende Integrations- und Anwendungsplattform bereit.

Für das Untenehmen bedeutet dies nach eigenen Angaben die „größte technologische Veränderung seit Einführung der dreistufigen Client/Server-Architektur“. Wie wichtig die neue Basis ist, macht SAP durch seine Entwicklungsarbeit deutlich: SAP NetWeaver ist die technologische Basis für alle Komponenten, inklusive xApps, mySAP Business Suite, mySAP ERP und vielem mehr.

Aufgabenspezifische Bedienoberflächen

SAP NetWeaver ist die erste Umsetzung der Enterprise Service Architecture, die Unternehmenslösungen mit der Flexibilität von Web-Services und anderen Technologien zusammenführt. Neben SAP nutzen auch immer mehr Partner SAP NetWeaver als Plattform, um ihre Anwendungen aufzusetzen, und ermöglichen so eine leichte Integration. Resultat der neuen Technologie-Plattform ist unter anderem, dass besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingegangen wird.

Dies geschieht dadurch, dass Mitarbeiter ihren Aufgaben entsprechende Bedienoberflächen (die so genannten Rollen im SAP-Portal, Energie Spektrum berichtete) und leicht handhabbare Prozesse erhalten. Dazu beinhalten die rollenspezifischen Oberflächen sowohl Informationen aus SAP-Anwendungen als auch aus Fremdprodukten oder auch aus dem Internet und stellen applikationsübergreifend Funktionen bereit - auch über die Unternehmensgrenzen hinweg. ESA unterstützt dabei das einfache Anlegen von Prozessen, die nicht nur applikationsbezogen sondern systemweit definiert werden können.

Als Basis für SAP-eigene und fremde Anwendungen sorgt SAP NetWeaver nicht nur dafür, dass sich Portallösungen, angebundene Systeme, Datenbanken und vieles mehr leicht verzahnen lassen, sondern auch dafür, dass es nach Upgrades so bleibt. Einen gehörigen technischen Sprung hat SAP NetWeaver im März gemacht: Die neue Version 2004 synchronisiert nun alle Komponenten der Technologie-Plattform in einem Gesamtpaket.

Das erleichtert das Zusammenspiel und insbesondere die Pflege des Systems, denn Neuerungen werden nun systemweit durchgeführt. Das Einspielen verschiedener Upgrades ist Vergangenheit. Das senkt die Kosten und führt zu einem schnellen Return on Investment (ROI).

„SAP NetWeaver funktioniert wie ein Bindeglied zwischen den einzelnen Applikationen“, erklärt Dr. Klaus Dahlke, Marketing Manager bei der SAP AG, Walldorf. Wichtig ist dies besonders dann, wenn zum Beispiel im Rahmen von Fusionen oder Unternehmenskäufen verschiedene Softwarewelten zusammenfinden müssen. Sie lassen sich mit Hilfe von SAP NetWeaver leichter in bestehende Strukturen einbinden. Von Vorteil ist dabei die Unterstützung der wichtigsten Datenbanktechnologien sowie zeitgemäßer Produkte wie IBM WebSphere oder Microsoft .NET.

Einen Beleg für die potenzielle Ersparnis liefert die Installation bei Carl Zeiss Augenoptik: Im Vergleich zu den Kosten für eine Punkt-zu-Punkt-Schnittstelle sanken hier dank SAP NetWeaver die Schnittstellenkosten um 50 Prozent. Bei Carl Zeiss entspricht dies einem finanziellen Vorteil von durchschnittlich 21.700 € - und dies pro Schnittstelle wohlgemerkt. Änderungen lassen sich ebenfalls für die Hälfte der ehemaligen Kosten durchführen. Es liegt auf der Hand, dass mit der einfachen Schnittstellenpflege auch ein zeitlicher Vorteil verbunden ist.

Mit einem schnellen Return-on-invest (ROI) rechnet auch Energiekonzern RWE. Er setzt SAP NetWeaver ein, um die Beschaffung von C-Teilen zu beschleunigen. Möglich ist das dank SAP XI. Diese Lösung bindet die Software der Lieferanten ein und sorgt so für eine unternehmensübergreifende Prozesskette. Beispiel für den Vorteil im Alltag: Lieferanten können die Bestellungen der RWE einsehen und bestätigen. Das beschleunigt die Abläufe und spiegelt sich unter Umständen in günstigeren Preisen wider.

Mittlerweile 3.500 Mitarbeiter beim Essener Energiekonzern und 50 Lieferanten nutzen SAP NetWeaver-Komponenten. Das Beschaffungsportal soll sich bald amortisiert haben: Frank Holtmann, Logistikexperte bei RWE, rechnet wegen der geringeren Prozesskosten schon nach 2,5 Jahren mit einem Return-on-invest.

„Deutliches Plus an dauerhafter Flexibilität“

Die neue Basis genügt einem hohen Anspruch: Sie führt Menschen, Informationen und Geschäftsprozesse effektiv zusammen und sorgt so für ein deutliches Plus an Flexibilität. Dazu Dahlke: „Unsere Kunden haben seit langem eine schnelle und erfolgreiche Lösung gesucht, die dauerhafte Flexibilität bietet. Mit SAP NetWeaver stellen wir ihnen nun ein geeignetes Instrument zur Verfügung“, sagt er und unterstreicht das Motto, dem SAP NetWeaver gehorcht: „Business drives technology“ - und nicht umgekehrt. Wie dies genau funktioniert kann man sich Ende Juni in Frankfurt auf dem SAP NetWeaver-Kongress ansehen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2004