Basis für Ausbau des Stromgeschäfts

SOFTWARE Mit dem neuen IT-System LIMA sind die Stadtwerke Leipzig in der Lage den gesamten internen und externen Datenfluss während eines Kundenwechsels automatisiert ablaufen zu lassen.

30. Januar 2007

Die bestehende Systemumgebung der IT war vor allem gekennzeichnet durch dedizierte Systeme zur Abrechnung, zur Rechnungsprüfung, ein Energiedatenmanagement (EDM), ein Vertriebssystem sowie ein Web-Portal für die angeschlossenen Vertriebspartner. Die Kommunikation mit Marktpartnern für den Lieferantenwechsel erfolgte auf sehr heterogene Art und Weise. Die Prozessabläufe selbst waren weder automatisierbar noch war eine wirkungsvolle übergreifende Kontrolle und Überwachung möglich.

Der Teilbereich des Kunden und Lieferantenwechsels und die Kommunikation mit den externen Marktpartnern stellte eine wesentliche und zentrale Komponente im gesamten Geschäftsprozess dar; die Risiken bei Störungen oder Verarbeitungsfehlern wurden entsprechend hoch eingeschätzt.

Man entschied sich für eine vollständige Neuentwicklung für diesen Bereich, wobei von vornherein besonderer Wert auf eine enge Verzahnung mit den anderen, bereits bestehenden IT-Systemen der Stadtwerke gelegt wurde.

Die Sicherstellung der automatischen Datenübermittlung auf Grundlage standardisierter Datenaustauschformate ohne Medienbruch anhand von fest definierten Workflows wurde als entscheidende Voraussetzung eingestuft, um die Massengeschäftsfähigkeit zu erreichen und die systemimmanenten Prozesskosten deutlich zu reduzieren.

Die bislang eigenständigen Systeme wurden um Funktionalitäten zum einheitlichen und standardisierten Meldungsaustausch ergänzt und kommunizieren über definierte Schnittstellen mit der service-orientierten Integrationsplattform IBM Web- Sphere Business Integrator (WBI). Die betroffenen Fachabteilungen konnten so mit ihren bewährten Anwendungssystemen weiterarbeiten, trotzdem entsteht dadurch ein integriertes Gesamtsystem.

Einheitliche Formate

Für die Unterstützung des Lieferantenwechsels wurde ein Softwaresystem neu entwickelt, das alle benötigten Funktionen für das Kundenund Lieferantenmanagement zur Verfügung stellt, die fachliche Basis und das Regelwerk für den gesamten Daten- und Meldungsaustausch bildet und über Schnittstellen zum WBI die Kommunikation sowohl mit den externen Marktpartnern als auch mit internen IT-Systemen realisiert.

Sämtlicher externer und interner Meldungs- und Datenfluss wird über das neue System LIMA abgewickelt. Durch Nutzung des UTILMD-Standards sind damit auch das Dateiaustauschformat sowie die Austauschprozesse eindeutig und vereinheitlicht.

Die Prozessablauflogik für unterschiedliche Workflows kann zentral im LIMA hinterlegt werden. Ein entsprechend konfigurierbares Regelwerk ermöglicht die Definition verschiedener Abläufe mit definierten Plausibilitätsprüfungen und Eskalationsmechanismen. So werden beispiels-weise Standardprozesse wie 'Lieferantenwechsel' oder 'Ersatzbelieferung' schnell und einfach an die spezifischen Anforderungen des Unternehmens konfiguriert - nicht programmiert.

Problemfälle (etwa aufgrund inhaltlicher oder technischer Festlegungen) können aus dem Automatismus ausgeschleust und einer gezielten manuellen Bearbeitung zugeführt werden. Durch den servicebasierten Auf bau ist es zudem möglich, auch künftige Anforderungen leicht und flexibel zu handhaben.

Auf Basis der neuen IBM Web- Sphere-Plattform erhielten die Stadtwerke ein zentrales System zur Integration der vorhandenen IT-Anwendungen und zur Unterstützung von Datenaustauschprozessen mit Partnern inklusive technischer Datenprüfung, -konvertierung und -verteilung.

Zudem sind die gesicherte Datenübertragung, eine Statusüberwachung sowie Vollständigkeitsprüfungen nur einige der Funktionen, die mit der neuen Plattform problemlos abgedeckt werden. Diese Basis ermöglicht, dass die Prozessabläufe definiert und automatisiert durchgeführt werden.

In 5 Monaten realisiert

In nur fünf Monaten konnten die GAI NetConsult GmbH und das IBM Tochterunternehmen SerCon GmbH die zentrale Kommunikationsplattform für die Unterstützung und Abwicklung der Geschäftsprozesse im Kunden- und Lieferantenmanagement realisieren.

Sylva Lement, IT-Verantwortliche und Projektleiterin Stadtwerke Leipzig, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Dies setzt sich, wie erwartet, auch im Produktionsbetrieb mit hoher Performance und Stabilität fort. Damit haben wir den Grundstein gelegt, um das deutschlandweite Stromgeschäft weiter ausbauen zu können“, betont sie.

Das von den beiden Unternehmen SerCon und GAI Net- Consult eingebrachte fachliche und technische Know-how bleibt den Stadtwerken Leipzig erhalten, denn die Lösung, basierend auf der Web-Sphere- Plattform, wird im Rechenzentrum der perdata, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Leipzig, gehostet und betrieben.

Erschienen in Ausgabe: 01/2007