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Batteriespeicher: Bundesregierung investiert Millionen in Forschung

Erklärtes Ziel der Europäischen Batterieallianz ist es, ein Gegengewicht zu den dominierenden Herstellern aus Asien aufzubauen. In Deutschland sollen Wissenschaftler jetzt die Speicherentwicklung forcieren. Die Bundesregierung investiert Millionen Euro in die Förderung.

05. November 2018
Bild 1: Batteriespeicher: Bundesregierung investiert Millionen in Forschung (Bild: Frank Peters/Fotolia.de )

Die Europäische Kommission hat die Zellfertigung ganz oben auf der Agenda. Europaweit bemühen sich Länder um die Ansiedlung von Fertigungsstandorten für Batteriezellen.

Für Deutschland bemüht sich die Bundesregierung schon seit geraumer Zeit in Brüssel um ein positives Signal der EU-Kommission. Die Batteriezellenherstellung würde gut zum Image der Industrienation Deutschland passen.

Experten sagen für die nächsten Dekaden eine hohe Nachfrage für Batteriezellen voraus; Grund ist vor allem die E-Mobilität sowie der Trend zur dezentralen Energieversorgung.

Batteriezellen sind die wichtigsten Bauteile für die Herstellung von Akkuspeichern aller Art.

Bei einer Sitzung der European Battery Alliance in Brüssel sprach sich jüngst eine Staatssekretärin im BMWI erneut für die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung in Deutschland aus, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. 

»Die Batteriezellfertigung sichert Wertschöpfung und Innovationen in Deutschland. Wenn wir gute Arbeitsplätze in der Industrie erhalten und neue schaffen wollen, müssen wir bei der Batteriezellfertigung ganz vorne mit dabei sein«, so Staatssekretärin  Claudia Dörr-Voß.

Europäische Batterieallianz

Die Europäische Batterieallianz ist die zentrale Plattform für Gespräche der europäischen Mitgliedstaaten mit der Europäischen Kommission und europäischen Industrieunternehmen zur Zukunft der Batteriezellenfertigung in Europa.

Ob Deutschland zum Zuge kommt bei der Standortvergabe, steht bislang nicht fest.

Wie wichtig den Verantwortlichen in der Bundesregierung das Thema ist, sieht man bei einem Blick auf die Fördergelder, die die Ministerien für wissenschaftliche Forschung ausgeben.

Bei der Vergabe von Fördermitteln für die Forschung hat die Bundesregierung dem Thema Batteriezellen und Speicher hohe Priorität eingeräumt.

Wenn eines Tages eine Batteriefabrik in Deutschland stehen sollte, braucht sie Ingenieure und Fachkräfte mit Knowhow.

Damit Universitäten und Hochschulen die Grundlagen moderner Speichertechnik vermitteln können, betreibt die Bundesregierung einen hohen Aufwand.

Forschungsstandort Deutschland

Viele Forschungseinrichtungen in Deutschland arbeiten aktuell an der Weiterentwicklung der Batterietechnologie und der zugehörigen Produktionsverfahren.

Festkörperbatterie statt Lithium-Ionen

Als Batterien der nächsten Generation haben Festkörperbatterien das Potenzial, die Elektromobilität massentauglich zu machen und Strom aus erneuerbaren Energien langfristig, effizient und zuverlässig zu speichern.

Im Oktober haben sich deutschlandweit 14 Institute zu einem Forschungsverbund zusammengeschlossen.

Im Kompetenzcluster ›FestBatt‹ forschen die wissenschaftlichen Einrichtungen gemeinsam an der Entwicklung und Produktion dieser neuartigen Batterietechnologie, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Millionenförderung des Bundesforschungsministeriums

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Kompetenzcluster mit 16 Millionen Euro für einen Zeitraum von sechs Jahren, heißt es in einer Mitteilung.

Details zum Nachlesen unter www.energiespektrum.de/184075

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Jülicher Wissenschaftler haben im August ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben, heißt es.

Schnellladen

Die Verbesserung erzielten sie durch eine clevere Materialwahl.

Etwa 10 bis 12 Stunden dauert es üblicherweise, bis eine Festkörperbatterie wieder voll ist. Der neue Zelltyp, den die Wissenschaftler entworfen haben, braucht weniger als eine Stunde, bis er wieder aufgeladen ist, heißt es in der Mitteilung.

Details zum Nachlesen unter www.energiespektrum.de/182704

Zur Weiterentwicklung sogenannter Carnot-Batterien haben sich in Süddeutschland drei wissenschaftliche Einrichtungen zu einem Projektverbund zusammengeschlossen.

Carnot-Batterien

Das DLR, die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den Bau einer Forschungsanlage in Stuttgart und Karlsruhe.

Ziel ist die Entwicklung kostengünstiger und nahezu verlustfrei arbeitender Energiespeicher, so die Institutionen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Strom-Wärme-Strom-Speicher

Im Zentrum der Forschungsaktivitäten stehen Carnot-Batterien, auf Englisch auch Power-to-Heat-to-Power genannt.

Details zum Nachlesen unter www.energiespektrum.de/184280