Baukasten mit System

Digitales

Warum die Überwachung und Steuerung von Ortsnetzen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist.

31. Juli 2018

Ab 2020 soll es 75.000 öffentliche Ladesäulen geben. Hinzu kommt die stetig steigende Anzahl regenerativer Erzeuger und dezentraler Speicher. Die Folge: Mittel- und Niederspannungsnetze werden mehr und mehr belastet. Dies kann zu Instabilitäten und Überlastsituationen führen. Oberstes Ziel der Netzbetreiber ist es, trotz der neuen Einflussfaktoren auch weiterhin eine gleichbleibende Versorgungsqualität mit schneller Fehlerlokalisierung und kurzen Wiederversorgungszeiten garantieren zu können.

Intelligenz muss sein

Das gelingt nur durch eine intelligente und wirtschaftliche Erweiterung der Netzautomation in der Mittel- und Niederspannung, vor allem in Ortsnetzstationen. Gegenüber dem reinen Kupferausbau des Versorgungsnetzes spart das nicht nur viel Geld, sondern bietet vor allem nötige Flexibilitäten für die Energiewende. Jörn Fischer, Geschäftsführer der IDS GmbH, erklärt: »Um wirtschaftlich und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Netzbetreiber innovativ denken und proaktiv handeln, ohne dabei die Betriebskosten zu erhöhen. Mit unserem Baukastensystem für Ortsnetzstationen haben sie eine schnell implementierbare und zukunftsfähige Überwachungs-, Steuerungs- und Automatisierungslösung an der Hand – vor allem für den Einbau in Ortsnetzstationen, aber auch für den Einsatz an neuralgischen Punkten im Niederspannungsnetz.«

In jedem Fall bringt das Baukastensystem Vorteile mit sich. Bei Nachrüstung in bestehende Anlagen überzeugt es vor allem durch seine kompakte Bauform, wodurch die Lösung selbst in kleinste Ortsnetzstationen beziehungsweise Kompaktstationen integriert werden kann.

Fernwirktechnik

Darüber hinaus profitieren Netzgesellschaften von einer Lösung, die bereits verdrahtet, parametriert sowie bitgetestet ist und sich damit schnell und unkompliziert sowohl in Neu- als auch Bestandsanlagen verbauen lässt.

Acos 730, das kompakte Fernwirkgerät ist das Herzstück und bildet die Basis, um allgemeine Stationsmeldungen zu erfassen sowie Informationen von Erd- und Kurzschlussanzeigern – zum Beispiel Erdschluss, Fehlerrichtung Messwerte – über Modbus auslesen zu können.

Baukastensystem

Je nach Anforderung lässt sich der Baukasten erweitern: zum Beispiel für die Steuerung und Rückmeldung von Mittelspannungs-Lasttrennschaltern, um die Fehlerstelle zu isolieren und damit die Wiederversorgungszeiten zu verkürzen. Auch ist eine Messung der Einspeisung beziehungsweise Rückspeisung in die Niederspannung möglich. Zur kontinuierlichen Überwachung der Kabelbelastung lassen sich die Ströme in den einzelnen Niederspannungsabgängen erfassen.

Geschützt

Für die notwendige IT-Sicherheit sind Funktionen gemäß den Anforderungen an sichere Steuerungs- und Kommunikationssysteme aus dem BDEW-Whitepaper implementiert.

Der Baukasten lässt sich auch um einen integrierten Blitz- und Überspannungsschutz erweitern. Hier setzt IDS auf die Erfahrung und Expertise ihres Kooperationspartners Dehn und Söhne.

Starten

Hat der Netzbetreiber die erforderliche Konfiguration ausgewählt, erhält er diese in Form einer anschlussfertigen Lösung in einem Kunststoffgehäuse zum direkten Einbau in die Ortsnetzstation.

Das vorparametrierte System kann jederzeit angepasst und erweitert werden. Die Anschaltung der Prozessinformationen sowie der Stromversorgung erfolgt über in das Gehäuse integrierte Anschlussklemmen. Zum Lieferumfang gehört außerdem eine vollumfängliche Dokumentation in Form eines EPLAN-Schaltungsbuches.

Eva-Maria Erler, IDS

Erschienen in Ausgabe: 06/2018