Bewegte neue Speicherwelt

Erdgas

Wettbewerb - Der Speichermarkt ist in Bewegung. So verdoppelt der Stadtwerkeverbund Trianel derzeit im Speicher Epe seine Kapazitäten.

18. August 2009

Insbesondere die großen Speicherbetreiber vermarkten zunehmend freie Kapazitäten an Dritte. Ein Beispiel ist die E.on Gas Storage (EGS). Neben der Auktionierung von Speicherkapazitäten können über die Homepage nun auch Kapazitäten für einzelne Speicher teilweise bis zum Jahre 2014 gebucht werden.

Dass jedoch auch eine Auktionierung von Speicherkapazitäten nicht immer ein Erfolg sein muss, zeigt ebenfalls das Beispiel EGS. Bei dem Versuch Anfang März, über die Sekundärplattform store-x Kapazitäten im Speicher Epe-H für das Gaswirtschaftsjahr 2009/2010 zu vermarkten, konnten lediglich 75 GWh von insgesamt 1,2 TWh Arbeitsgaskapazität abgesetzt werden. Mögliche Gründe dafür sind, dass »derzeit kein großes Interesse an Kapazitäten mit kurzen Laufzeiten besteht und außerdem der Basispreis zu hoch gewesen sein könnte«, so die Spekulation der Unternehmensberatung LBD.

Dennoch dürften laut LBD die verstärkt verfügbaren Kapazitäten bestehender und sich im Bau befindlicher Speicher derzeit nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, da Gasspeicher neben dem physischen Ausgleich zunehmend auch als kommerzielles Instrument genutzt würden. Für Stadtwerke sollte sich laut LBD daher auch künftig die Möglichkeit bieten, »durch Beteiligungen an Projekten die eigene Versorgung besser abzusichern und neue Geschäftsfelder zu erschließen«.

Genau dies realisiert der Stadtwerkeverbund Trianel. 2008 wurde die neue Anlage im Speicher Epe mit einem Arbeitsgasvolumen von rund 130Mio.m³ in Betrieb genommen. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Anlage um eine weitere Kaverne auf ein Arbeitsgasvolumen von insgesamt 240 Mio. m³ ausgebaut. Die Inbetriebnahme ist für Anfang Oktober geplant.

Zurückgezogen hat sich dagegen die RheinEnergie aus dem gemeinsamen Gasspeicherprojekt in Epe mit Essent Deutschland. Nachdem sich das Projekt aufgrund eines lange ungeklärten Zugangs zum Gasfernleitungsnetz erheblich verzögert habe, stellt es sich aus Sicht der RheinEnergie »insbesondere durch die zwischenzeitliche regulatorische und marktseitige Entwicklung nicht mehr ausreichend wirtschaftlich dar«, so der Energieversorger. Vor dem Hintergrund alternativer Investitionsvorhaben – genannt werden der Beteiligungsausbau sowie die Steigerung der Stromeigenerzeugung im konventionellen und im Bereich der erneuerbaren Energien – werde das Projekt nicht weiter verfolgt. (mn)

Erschienen in Ausgabe: 7-8/2009