Bezahlt wird nach Verbrauch

Energiezentrale soll 95 Prozent Jahresnutzungsgrad erreichen

Effizient und ökologisch ist die Energieversorgung des neuen Brand-, Katastrophenschutz- und Rettungsdienstzentrums (BKRZ) der Stadt Frankfurt/Main. Und das Beste: Das Rettungszentrum hat keinen Cent dafür investiert. Im Contracting liefert Comuna-metall die Nutzenergie, gezahlt wird nach Verbrauch.

27. Mai 2004

Rund 200.000 € ist die Energiezentrale des Brandschutz-, Katastrophenschutz- und Rettungsdienstzentrums (BKRZ) Frankfurt/Main wert. Doch das BKRZ hat davon keinen Cent gezahlt, denn es hat die Energieversorgung in die Hände eines Dienstleisters gelegt. Die Comuna-metall Blockheizkraftwerke in Herford errichtete die Energiezentrale und betreibt sie für 15 Jahre im Contracting. So lange braucht sich das Rettungszentrum also keine Sorgen um die Energieversorgung zu machen.

Der Wärmepreis ist während der Vertragslaufzeit an den Erdgaspreisindex sowie die Tariflohnentwicklung auf dem Wärmemarkt gekoppelt, der Strompreisindex ist maßgeblich für die

Gestaltung des Elektrizitätspreises.

Nach Ablauf des Contracting-Vertrags geht die Anlage ohne Abschlusszahlung ins Eigentum der BKRZ-Grundstücksgesellschaft über.

Seit Mitte vorigen Jahres liefert die Energiezentrale Nutzenergie an das BKRZ. Verbaut wurde bewährte aber aktuelle Technik: Das Blockheizkraftwerk (BHKW) kommt von Comunametall. Es ist der Typ 5450 des Herstellers und wird mit Erdgas befeuert. Mit bis zu 112 kWel und 196 kWth trägt es zur Deckung der Grundlast bei. Ein nachgeschalteter Brennwerttauscher erhöht die thermische Leistung des BHKW auf rund 220 kWth.

Für den Spitzenbedarf oder als Reserveanlagen stehen zwei Kesselanlagen von Viessmann, ausgestattet mit Weishaupt-Brennern, zur Verfügung.

Der Brennwertkessel leistet 720 kWth, der Niedertemperaturkessel 895 kWth. Als Wärmepuffer wurde ein Speicher mit knapp 10 m3 Fassungsvermögen installiert.

Anlagenbetrieb lässt sich aus der Ferne überwachen

Zum Gesamtauftrag gehörten zudem die Regelungstechnik und die Schornsteinanlage, die Sublieferant Kögel aus Backnang gefertigt hat. Und schließlich lag auch die Verantwortung für die hydraulischen, gas-, abgas-, lüftungs- und elektrotechnischen Einbindungsarbeiten inklusive der Zähleinrichtungen in den Händen der Comuna-metall.

Der Betrieb des Blockheizkraftwerks ist auch aus der Ferne möglich. Über das Telefonnetz überwachen die Herforder wesentliche Anlagenparameter oder greifen in den Anlagenbetrieb ein. So kann das Betreiberpersonal bei eventuellen Betriebsstörungen flott reagieren, was sich in einer hohen Verfügbarkeit der Energieanlage widerspiegeln soll.

Der Wärmebedarf des BKRZ wird voraussichtlich zu zwei Dritteln aus dem Blockheizkraftwerk und zu einem Drittel aus der Kesselanlage gedeckt; die Stromproduktion entspricht rund 50 % der benötigten Menge, der Rest wird auf dem Strommarkt eingekauft. Der Betreiber erwartet einen Jahresnutzungsgrad von zirka 95 %. Damit wären eine Energieeinsparung von rund 27 % und eine Minderung der CO2-Emissionen von etwa 200 t/a gegenüber einer konventionellen Lösung mit Brennwertkessel ohne Blockheizkraftwerk möglich.

Erschienen in Ausgabe: 04/2004