Biogasrat fordert Einhaltung der Politikziele

Nach Auffassung des Biogasrat e.V. steht der Markt für Biogas und in das Erdgasnetz eingespeistes Biomethan vor großen Strukturveränderungen. Sein Geschäftsführer Reinhard Schultz fordert von der Bundesregierung ein, »konsequent zu ihren eigenen Politikzielen zu stehen und diese auch mit allen Kräften umzusetzen.«

21. November 2011

Dazu gehöre auch, bis zum Jahr 2020 6 % und bis zum Jahr 2030 10 % des Erdgasverbrauches in Deutschland durch Biogas zu ersetzen. Dafür seien etwa 2.000 bis 5.000 Biogaseinspeiseanlagen erforderlich. Bis Ende des Jahres 2011 sind laut Schultz davon jedoch erst 60 Anlagen installiert. »Das Tempo ist viel zu langsam, um die Klimaschutzziele zu erreichen und für die Stromerzeugung, den Wärme- und den Kraftstoffmarkt eine zukunftsfähige erneuerbare Alternative anzubieten, die stetig fließt und überdies speicherbar ist«, so Schultz weiter. Das Problem sei nicht die Erzeugung und Einspeisung, sondern die konsequente Weitentwicklung des Abnehmermarktes. Deswegen sind aus Sicht des Biogasrat e.V. Einspeisesubventionsgesetze, die die Gasnetzbetreiber zur Abnahme von Biogas zwingen, ohne dass dafür ein konkreter Markt besteht, abwegig.

Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dass 2012 in Kraft tritt, wird laut des Biogasrat e.V. gegenüber heute deutliche Verbesserungen für die Verstromung von Biogas, das aus dem Erdgasnetz entnommen wird, bringen. »Das reicht aber zur Zielerfüllung bei weitem nicht aus«, kritisiert Schultz. Politisch motivierte Begrenzung von Größenklassen, falsch berechnete Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Anlagen bremsen laut Schultz die Entwicklung aus. Ursächlich für diese Entscheidungen sei die Angst der Politik vor Nutzungskonflikten und Kostenfolgen. »Wir werden im Jahr 2020 an die 4 Millionen Hektar Ackerfläche für den Bioenergieanbau zur Verfügung haben, ohne der Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln oder gar dem Naturschutz in die Quere zu kommen. Derzeit nutzen wir nur 1,8 Millionen Hektar. Dazu kommt eine Umstrukturierung innerhalb der Bioenergie; bestimmte Biokraftstoffe werden wegen ihres unzureichenden Klimaschutzbeitrages nicht mehr erzeugt werden. Dadurch wird Fläche frei«, so Schultz weiter.