ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Erneuerbare

Biomethan: Wie weiter in Deutschland?

Die Methanproduktion bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück. Dabei sind es gerade die grünen Gase, die mittelfristig die Probleme lösen werden, die sich bei der Umsetzung der Energiewende stellen.

10. Dezember 2018
(Bild: W. Zikas/stock.adobe.com)

In Anbetracht der Klimaziele, die sich die Bundesregierung gesteckt hat, liegt es auf der Hand: Biomethan muss in den Fokus rücken. Bis zum Jahr 2050 soll die Treibhausgasemission um 80 bis 95 Prozent reduziert werden. Betrachten wir den Gasmarkt, so sind hier bisher lediglich etwa zwei Prozent ›grün‹. Wir sprechen also über eine theoretische Vervierzigfachung des heutigen Biomethanmarktes innerhalb der nächsten 30 Jahre.

10 TWh jährlich

Momentan werden in Deutschland lediglich etwa 10 Terawattstunden (TWh) Biomethan im Jahr produziert. Dafür gibt es rund 210 Aufbereitungsanlagen mit einem Schwerpunkt in Nordostdeutschland. Durch die Umrüstung bestehender Biogasanlagen auf Biomethan, Ausschöpfung weiterer Rohstoffpotenziale und neue Technologien wie zum Beispiel Power-to-Gas könnte wesentlich mehr Biomethan erzeugt werden. Was dem nun aber entgegensteht, ist ironischerweise der Absatz. Denn das Multitalent Biomethan ist vergleichsweise kostenintensiver als einfacher Strom. Dafür ist Biomethan unabhängig von Witterungsbedingungen und konstant vorhanden.

»Grüne Gase können zig Probleme der Energiewende lösen.«

— Johannes Klaus, Bmp greengas

Politik

Mit Blick auf die zu meisternden Aufgaben, die im Rahmen der Energiewende auf uns zukommen, sollten wir uns aber klar machen: Werden in zunehmendem Maße Erneuerbare eingesetzt, müssen diese zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Energieform eingesetzt werden können. Diese Herausforderung kann nur mit Biomethan gelingen. Wie wichtig dieser Umstand ist, wurde politisch noch nicht in vollem Umfang erkannt. Das Gasnetz ermöglicht es, Biomethan zu speichern. Das ist ganz wesentlich, denn dadurch kann über diese Infrastruktur erneuerbare Energie von A nach B transportiert werden. Power-to-Gas-Anlagen können erneuerbare Energie in Gas umwandeln, was zum einen bei Bedarf zur Entlastung des Stromnetzes beiträgt, zum anderen die erneuerbare Energie an anderer Stelle verfügbar macht als dort, wo sie erzeugt wurde. So kann es in Zukunft möglich sein, dass die richtige Energieform zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bereitgestellt wird und für Sektorenkopplung zur Verfügung steht. Wärme oder gleichzeitig Wärme und Strom oder auch nur Gas – etwa für den Verkehrssektor.

Anreize notwendig

In den verschiedenen Sektoren müssten Anreize geschaffen werden, damit der Mehrwert von grünen Gasen in den Gesetzen berücksichtigt wird. Grüne Gase könnten etliche Probleme lösen, die sich bei der Energiewende stellen – sie haben noch zu wenig Zuspruch aus der Politik. Wir sollten heute damit beginnen, grüne Gase als Problemlöser in den Fokus zu stellen. Denn die Vorteile sind so signifikant, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie adäquat wahrgenommen werden. Johannes Klaus

Erschienen in Ausgabe: Nr. 08 /2018