Blau ist das neue Grün

Übernachten mit grünem Gewissen: Das können bald die Gäste des Radisson Blu in Frankfurt am Main. Der Hoteleigentümer lässt eine Brennstoffzelle installieren.

07. März 2017

Mit über 400 Zimmern und Suiten hat das architektonisch auffällige, in runder Form gebaute Radisson Blu einen hohen Energiebedarf, der bislang vollständig aus dem Netz gedeckt wurde. Ab Spätsommer 2017 soll die Brennstoffzelle über mindestens 10 Jahre rund 3 GWh Strom und 2 GWh Wärme für das Hotel liefern.

Die Technologie ermöglicht Radisson Blu außerdem, die CO2-Emissionen um jährlich rund 600 Tonnen zu senken, heißt es in einer E.on-Mitteilung. Das Unternehmen installiert die neue Technik im Keller des Hotels.

Fuel Cell Energy Solutions wird die Brennstoffzelle für das Projekt liefern und gemeinsam mit E.on per Fernsteuerung überwachen. Das Projekt wird über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit rund 800.000 Euro gefördert.

Hohe Energiekosten

E.on sieht in der Hotelindustrie hohes Potenzial für Energieeinsparungen: Energieintensive Prozesse wie Warmwasseraufbereitung, Beleuchtung und Kühlung führen dazu, dass Hotelbetriebe ganzjährig hohen Strom- und Wärmebedarf haben.

»Im Vergleich zu Bürogebäuden hat die Hotelindustrie daher auch relativ hohe Energiekosten – im Schnitt zwischen fünf und zehn Prozent des Betriebsumsatzes«, heißt es in einer Projektbeschreibung.

Den Angaben zufolge entfallen schätzungsweise in Deutschland circa fünf Millionen Tonnen CO2-Emissionen jährlich auf die Hotelindustrie. Gleichzeitig gewinnt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Relevanz für Hotelgäste.

»Die kontinuierlich wachsende Hotelindustrie ist ein wichtiger Zukunftsmarkt für das Geschäftsfeld Energielösungen von E.on«, so Karsten Wildberger, Mitglied des Vorstands.

Brennstoffzellen können nach seinen Worten für Hotels einen echten Mehrwert liefern, da sie die Energiekosten erheblich senken und die Umweltfreundlichkeit deutlich erhöhen – bis hin zur Klimaneutralität.