BNetzA: Reservekraftwerke mit 2.540 MW benötigt

Bis zum 1. Oktober 2013 können Anlagenbetreiber bereits stillegelegte Anlagen als Netzreserve zur Verfügung stellen.

18. September 2013

Im kommenden Winter werden Reservekraftwerke mit einer Leistung von 2.540 MW benötigt, teilt die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit. Diese hat den von den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) ermittelten Bedarf bestätigt und in einem Bericht auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Die restlichen 518 MW werden durch ein »Interessensbekundungsverfahren« bis zum 1. Oktober akquiriert. Betreiber stillgelegter Kraftwerke können ihre Anlagen zur Aufnahme in die Netzreserve vorschlagen, indem sie sich bei den vier ÜNB melden. Diese prüfen anschließend in Abstimmung mit der BNetzA die Anträge und verhandeln mit den Anbietern – ein System, das von Teilen der Stromwirtschaft als intransparent kritisiert wurde.

»Die Analysen, die die Übertragungsnetzbetreiber der Bundesnetzagentur vorgelegt haben, zeigen, dass konventionelle Kraftwerksleistung in ähnlicher Höhe wie im vergangenen Winter vorgehalten werden muss, um einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb zu gewährleisten. Im Rahmen von bereits aus den Vorjahren bestehenden vertraglichen Bindungen sind bereits 2.022 MW gesichert«, erläuterte Jochen Homann, Präsident der BNetzA. Zur Ermittlung des Reservebedarfs seien insbesondere technische Bedarfsanalysen durchgeführt und mögliche Ausfallszenarien für den kommenden Winter betrachtet worden.

Die sogenannten Reservekraftwerke sollen in extremen Netzsituationen zur Verfügung stehen. Sie sind eine zusätzliche Absicherung, wenn das Redispatchpotenzial sämtlicher am Markt befindlicher Kraftwerke ausgeschöpft ist. Die Beschaffung der Netzreserve ist durch die Reservekraftwerksverordnung geregelt. Von den bereits gesicherten 2022 MW stellt Tennet 1822 MW mit Irsching 3 und Staudinger 4 in Süddeutschland sowie Netzreserven aus Österreich. Weitere 200 MW sind von der EnBW-Tochter Transnet BW.