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In diesem Frühjahr sank der Füllstand der skandinavischen Wasserreservoirs auf 16,5%, was deutlich unter dem Füllstand im Jahr 2009 (27,5%) und 2010 (23%) liegt.

04. Mai 2011

Vor allem in Norwegen, in dem ein Großteil der Wasservorräte beheimatet ist, schrumpfte die Füllmenge auf 18,1%, wohingegen in den Vorjahren zur selben Zeit noch knapp 27% (2010) und 32% (2009) zur Verfügung standen. Die derzeitige Wassermenge in Norwegen entspricht einem Stromproduktionspotenzial von 14.800GWh und die gesamten skandinavischen Wasservorräte (Norwegen, Schweden und Finnland) belaufen sich momentan auf knapp 20.000GWh. Diese unterdurchschnittliche Entwicklung der Wassersituation trieb die skandinavischen Strom-Forwardpreise seit Mitte Januar stark nach oben. Dies zeigte sich am deutlichsten im Preis des Q4-11-Kontraktes, der um rund 15% auf zuletzt 58€/MWh gestiegen war. Und auch das Kalenderjahr 2012 handelte im selben Zeitraum um 10% auf 50,3€/MWh nach oben.

Die Stromangebotslage in Skandinavien hat seit der vorübergehenden Abschaltung deutscher Kernkraftwerke an Bedeutung gewonnen, da das Preisniveau in Deutschland seit Beginn des Moratoriums Mitte März deutlich stärker von grenzüberschreitenden Stromflüssen bestimmt wird. Im zweiten Quartal 2010 lieferte der schwedische Spotpreis in den Stunden 8 bis 14 im Mittel 4€ unter dem deutschen Spotpreis und der Spotpreis der Preisregion Südnorwegen lieferte im Mittel 5€ unter dem niederländischen Spotpreis.

Erschienen in Ausgabe: 04/2011