BSW-Solar: Solarparks weniger stark deckeln

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen in den nächsten drei Jahren Photovoltaik (PV)-Freiflächenanlagen mit einer Spitzenleistung von 1,2 GW neu errichtet und über Auktionsverfahren ausgeschrieben werden. »Viel zu wenig«, kritisiert der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Die Energiewende sei so nicht zu schaffen.

21. Januar 2015

Das geplante Auktionsvolumen für ebenerdig errichtete Solarstromkraftwerke reiche nicht aus, um die von der Bundesregierung insgesamt angestrebte PV-Zubauleistung in Höhe von rund 7,5 GW bis Ende 2017 zu erreichen. Der Verband beklagt, dass zudem der überwiegende Teil geeigneter Solarpark-Standorte nicht genutzt werden dürfe. Er fordert dringende Nachbesserungen an dem Verordnungsentwurf. Die Verordnung zur künftigen Ausschreibung von Solarparks soll am 28. Januar 2015 das Bundeskabinett passieren. Sie betrifft nicht Solaranlagen, die auf oder an Gebäuden errichtet werden.

Konkret sieht die Verordnung für 2015 drei Ausschreibungsrunden vor, die erste (15. April) und zweite (1. August) jeweils über 150 MW. Für die dritte Runde (1. Dezember) ist ein Volumen von 200 MW vorgesehen. In den Folgejahren soll das Ausschreibungsvolumen weiter sinken - 2016 auf insgesamt 400 MW und 2017 auf 300 MW. Nicht genutzte Kapazitäten sollen ins Folgejahr übertragen werden. In Bezug auf die Flächenverfügbarkeit bleibt es vorerst bei der restriktiven Flächenkulisse aus dem bestehenden EEG. Ab 2016 lässt die Verordnung auch Flächen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zu sowie Ackerflächen in sogenannten benachteiligten Gebieten, in denen Landwirtschaft nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Auf solchen benachteiligten Gebieten sind jährlich aber nur zehn Solarparks zulässig.

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung wird auch die Größe jedes einzelnen Solarparks auf maximal 10 MW gedeckelt bleiben. Der BSW-Solar regt an, die Obergrenze zumindest für Projekte auf ökologisch belasteten Flächen (zum Beispiel Konversions- und Versiegelungsflächen) sowie auf den Flächen der BImA auf 25 MW anzuheben. Die auf diesen Flächen durchgeführten Installationen gingen mit höheren Kosten einher. Eine höhere Projektobergrenze würde eine Kompensation dieser Mehrkosten durch bessere Einkaufskonditionen und andere Mengendegressionseffekte ermöglichen.

Während 2013 in Deutschland noch etwa 440 Solarparks mit einer Spitzenleistung von rund 1,2 GW neu errichtet wurden, kamen im letzten Jahr nur noch 200 Anlagen mit rund 0,6 GW neu hinzu.